Presserecht

LG Düsseldorf spricht Journalisten Honorarnachzahlungen zu

Das Landgericht Düsseldorf hat in zwei Fällen klagenden Journalisten Honorarnachzahlungen zugesprochen.

Im ersten Fall handelte es sich um die Klage eines Bildjournalisten, der gegen das Anzeigenblatt „Super Tip Wochenpost“ mit Sitz in Ratingen geklagt hatte.

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LG Düsseldorf urteilt über Honorarnachzahlungen © svort Fotolia

Honorarnachzahlung für 1.421 Fotos

Der Journalist forderte eine Nachvergütung für insgesamt 1.421 Fotos, die in den Jahren 2011 und 2012 in dem Blatt erschienen waren. Jetzt gab ihm das Landgericht Düsseldorf gab ihm Recht. Als Schätzgrundlage für die Nachvergütung wurden die Gemeinsamen Vergütungsregeln für Bildhonorare herangezogen. Diese wurden 2013 vom DJV mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger abgeschlossen, so die Meldung des Deutschen Journalisten-Verbands NRW.

Anzeigenblatt statt Tageszeitung

Weil es sich im vorliegenden Fall um kostenlos erscheinende Anzeigenblätter und nicht um Tageszeitungen handele, habe das Gericht dies pauschal in einem Abschlag von 15 Prozent berücksichtigt. Deshalb muss der Verlag für den Abdruck der Bilder insgesamt mehr als 11.500 Euro Honorar plus Mehrwertsteuer und Zinsen nachzahlen (Az. 12 O 463/14).

Zu geringe Pauschalvergütung

Auch im zweiten Fall hatte das Gericht die Gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Journalisten bei Tageszeitungen als Grundlage herangezogen. Hier hatte eine freie Journalistin gegen den Düsseldorfer Girardet Verlag geklagt. Sie hatte in den Jahren 2010 bis 2013 insgesamt 1.501 Artikel für der Westdeutschen Zeitung (WZ) verfasst, die überwiegend pauschal mit 20 Euro vergütet wurden. Zu wenig, befand das Gericht. Daher ordnete es eine Nachzahlung von mehr als 11.300 Euro plus Mehrwertsteuer und Zinsen an (Az. 12 O 531/13). (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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