Presserecht

Jauch scheitert vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies die Klage Günther Jauchs und seiner Ehefrau Dorothea wegen behaupteter Persönlichkeitsrechtsverletzung durch eine Berichterstattung der Zeitschrift „Bunte“ zurück.

 

 Jauch scheitert vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte ©-cirquedesprit-Fotolia

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Jauch: Der letzte Akt eines langen Kampfes

Hintergrund dieser Klage war die Hochzeit von Günther Jauch und seiner Ehefrau Dorothea im Jahre 2006. Im Vorfeld der Hochzeit hatte der berühmte Fernsehmoderator darum gebeten, jegliche Berichterstattung über die Hochzeit zu unterlassen. Dieser Bitte folgte die Zeitschrift „Bunte“ nicht und druckte einen Artikel samt mehreren Fotos, der von der Hochzeit Jauchs berichtete. Der sehr auf seine Privatsphäre bedachte und ohnehin mit der Boulevardpresse auf Kriegsfuß stehende Jauch klagte daraufhin zusammen mit seiner Ehefrau auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das Landgericht gab der Klage teilweise Recht und sprach Jauchs Ehefrau einen Schadensersatzanspruch zu. Dieses Urteil wurde allerdings vom Hamburger Appellationsgericht im Oktober 2008 aufgehoben. Eine daraufhin erhobene Beschwerde hatte sowohl der Bundesgerichtshof wie auch der Bundesverfassungsgerichtshof abgelehnt. Der bekannte und einflussreiche Fernsehmoderator löse bei der Öffentlichkeit ein legitimes Interesse an seiner Hochzeit aus. Gegen eine daraufhin erfolgte Berichterstattung könne er sich nicht wehren.

Damit hatte das Ehepaar Jauch in Deutschland alle rechtlichen Möglichkeiten gegen den Artikel der Bunten vorzugehen ausgeschöpft. Es blieb nur noch der Weg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Vor diesem klagte Jauch auch zuletzt.

Das Urteil des EGMR

Die Jauchs argumentierten vor dem EGMR, ihre Rechte seien durch die deutschen Gerichte nicht ausreichend geschützt worden. Insbesondere sei das Recht auf Schutz des Privatlebens verletzt worden. Zudem sei der Schutz des Eigentums verletzt worden, da ihnen kein Schadensersatzanspruch zugesprochen wurde. Allerdings schloss sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte inhaltlich der Rechtsprechung der deutschen Gerichte an. Diese hätten zutreffend zwischen den Interessen der Jauchs und dem öffentlichen Interesse an einer Berichterstattung abgewogen. Das öffentliche Interesse an der Berichterstattung sei auch richtigerweise als legitim eingeschätzt worden und überwiege das Bedürfnis der Jauchs an ihrer Privatsphäre. Zudem hätten die Kläger auch nicht die Richtigkeit der Berichterstattung moniert, darüber hinaus enthalte diese auch keine rufschädigenden Informationen, die geeignet wären einen Schadensersatz- oder Schmerzensgeldanspruch zu begründen.

Mit diesem Urteil ist das Ehepaar Jauch auch am Ende seines Kampfes gegen die Bunte angelangt. Weitere Rechtsmittel beziehungsweise Möglichkeiten juristisch gegen die Berichterstattung der Bunten vorzugehen hat es damit nicht mehr. (LeP)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (1)

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  1. Joachim sagt:

    Ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man wegen solcher Lappalien ohne eigenen Schaden, so lange Gerichte beanspruchen kann, die weit aus wichtigere Fälle zu bearbeiten haben. (Da wo es z.B. wirklich um Menschenrechte geht !)

    Als wenn ein paar Bilder in so einer Zeitschrift so unglaublich schlimm und unerträglich wären.
    Mich würde es sogar freuen, wenn ich so viel Aufmerksamkeit bekommen würde.
    Aber da sieht man mal wieder wie Prommis doch in einer völlig anderen Welt leben.

    Herr Jauch ist das völlig falsch angegangen. Er hätte eher auf sein Recht des Copyrights pochen sollen und aus der Sache noch Kapital zu schlagen. Damit hätte er mehr Erfolg gehabt.

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