Presserecht

Fünf Rügen für Regenbogenpresse

Der Deutsche Presserat hat wegen groben presseethischen Verstößen in fünf Fällen eine Rüge ausgesprochen.

Dabei geht es um fünf Promi-Beiträge in der Regenbogenpresse, im Einzelnen um die Magazine Frau Aktuell, Das Neue Blatt, Promi Welt, Meine Freizeit und Freizeit Express.

© svort Fotolia

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Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht

Das Magazin „Frau Aktuell“ hatte einen Bericht über den Volksmusikanten Stefan Mross mit dem Wort „Alkohol-Schock“ übertitelt, im Beitrag selbst seien jedoch keinerlei Belege für mögliche Alkoholprobleme des Musikers geliefert worden, so die Meldung des Presserates.

Als einzigen möglichen Beleg verwies das Blatt darauf, dass bei der Google-Suche der Person Stefan Mross mitunter auch der Begriff Alkohol vorgeschlagen werde.

Der Presserat sah darin eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex und des Persönlichkeitsschutzes nach Ziffer 8 des Pressekodex.

Symbolfoto nicht gekennzeichnet

Das Magazin „Freizeit Express“ erhielt eine Rüge, weil es angebliche Fotos des ungeborenen Babys von Prinz William und Prinzessin Kate gedruckt hatte. Dabei habe es sich aber lediglich um Symbolfotos gehandelt. Die Redaktion hätte diese Bilder auch so kennzeichnen müssen, so die Ansicht des Presserats.

Verstoß gegen Wahrheitsgebot

Das Blatt „Meine Freizeit“ handelte sich eine Rüge wegen eines Verstoßes gegen das Wahrheitsgebot nach Ziffer 1 des Pressekodex sowie der journalistischen Sorgfaltspflicht ein.

Grund war ein Cover mit Angela Merkel, dass mit einer ‚Verheimlichten Scheidungstragödie‘ und „Alles über die unbekannte Vergangenheit der Kanzlerin“ titelte. Der Bericht jedoch habe lediglich bekannte Details aus dem Leben Angela Merkels mitgeteilt. Dies sei eine grobe Irreführung der Leser, so die Meldung des Presserats weiter.

Unwahrhaftige Berichterstattung

Die Zeitschrift „Promi Welt“ wurde wegen einer unwahrhaftigen Berichterstattung und mangelnder Sorgfaltspflicht vom Presserat gerügt. Das Blatt verdrehte einen Blogeintrag des ehemaligen Tennisstars Steffi Graf, in welchem sie ihre Fans fragte, „wie man das Leben einen Gang runterschalten könnte?“ in ihrem Magazin zu einem „alarmierenden Hilferuf“ und sprach von einem „Absturz in die Lebenskris““.

Irreführung der Leser

Ebenfalls gerügt wurde „Das Neue Blatt“. Die Zeitschrift hatte das von der RTL-Sendung bekannte Paar Josef und Narumol mit der Überschrift „Scheidungsschock – Dabei war es doch die ganz große Liebe“ auf dem Cover. Im Innenteil sei jedoch deutlich geworden, dass sich die Überschrift nicht auf Josef und Narumol, sondern ein anderes Paar der Sendereihe bezog, so die Meldung des Presserats weiter. Nach Ansicht des Presserats ist diese Aufmachung für den Leser irreführend und ein Verstoß gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Insgesamt wurden in den drei Ausschüssen 125 Beschwerden behandelt, davon erteilte der Presserat 10 öffentliche Rügen, 13 Missbilligungen, 23 Hinweise. 51 Beschwerden wurden als unbegründet erachtet. In 18 Fällen wurden die Beschwerden als begründet angesehen, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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