Presserecht

Focus.de: Presserat rügt Sensationsberichterstattung

Der Deutsche Presserat hat den Online-Auftritt des Magazins Focus wegen einer sensationsheischenden Berichterstattung gerügt.

Die Beschwerdeausschüsse 2 und 3 des Deutschen Presserats haben eine Rüge gegen Focus.de ausgesprochen. Grund war der Bericht über einen Überfall in Ecuador, bei dem zwei Männer einem voll besetzten Bus überfallen und während einer körperlichen Auseinandersetzung erschossen worden waren.

© svort Fotolia

© svort Fotolia

Berichterstattung „unangemessen sensationell“

Focus.de hatte ein Video des genauen Ablaufs der Tat veröffentlicht, auf dem u.a. zu sehen war, wie eines der Opfer blutüberströmt aus dem Bus stürzte.

Der Deutsche Presserat beurteilte die Darstellung der sterbenden Menschen als unangemessen sensationell und als einen Verstoß gegen Ziffer 11 des Pressekodex (Sensationsberichterstattung). Ein öffentliches Interesse an dieser detaillierten Darstellung habe nicht bestanden, heißt es in der Meldung des Deutschen Presserates.

Focus.de argumentierte, dass man das Video zu Fahndungszwecken veröffentlicht habe. Der Presserat habe diese Argumentationslinie abgelehnt, da zum Zeitpunkt der Berichterstattung die Täter bereits gefasst waren, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben

  1. Flu sagt:

    Klar, die Welt muß schön weichgespült bleiben. Wenn das Video verboten wird, dann kann man auch gleich den Bericht darüber verbieten. Muß ja im Prinzip niemand wissen. Und das Elend darf man auch nicht sehen. Und schon gar nicht im feinen Deutschland. Hier müssen wir die Wahrheit nicht hören oder sehen. Dann regen sich alle bloß wieder auf. Also am besten alles weiter verbieten bis man nicht mehr das Haus verlassen darf. Ist ja schließlich alles viel zu gefährlich. Wir brauchen also noch viel mehr Regeln und Vorschriften die uns vor dem Leben schützen. Man sollte auch gleich Gott verbieten. Denn der hat uns dieses riskante Leben ja schließlich eingebrockt. Hier gibt es noch viel zu regeln.

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.