Presserecht

Erste Bewegung bei Tarifverhandlungen Zeitungsredakteure

Es waren mittlerweile die vierten Gespräche zwischen Verlegern und Journalistenverbänden. Bislang sind die Parteien ohne Einigung auseinander gegangen, doch dieses Mal konnte man erste Annäherungen verzeichnen. 

In einem Punkt bleiben die Fronten allerdings noch verhärtet: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger beharrt immer noch darauf, dem Flächentarifvertrag eine „Regionalisierung nach Kaufkraftindex“ zugrunde zu legen – eine Position, die die Arbeitnehmerverbände ablehnen. Schon vor einigen Wochen kritisierte der DJV eine Kopplung der Tarifgehälter an die Kaufkraft der Region als „indiskutabel“.

© svort Fotolia

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„Im Wesentlichen konstruktiv“

Generell aber seien die Gespräche dieses Mal „im Wesentlichen konstruktiv“ gewesen, so DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Auch BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf betonte: „Wir haben intensiv und konstruktiv unsere Positionen ausgetauscht.“ Das Verständnis für die Erwartungen und Forderungen der jeweils anderen Seite sei bei Verlegern wie Gewerkschaften gewachsen, heißt es in der Meldung des BDZV weiter.

Absage an längere Befristung der Verträge

In der Tat habe man bei einigen Punkten bereits in die Sachdiskussionen einsteigen können, so die Meldung des DJV. So habe man der von den Verlegern geforderten längeren Befristung von Redakteursverträgen auf mehr als zwei Jahre ebenso eine klare Absage erteilt wie der Forderung nach einer Absenkung des Urlaubsanspruchs auf einheitlich 30 Tage für alle Beschäftigten in den Redaktionen. Döhring sagte dazu: „Hier besteht zwar juristisch notwendiger Handlungsbedarf aber nicht nach dem Rasenmäherprinzip.“ Vielmehr gelte es, dafür ein differenziertes Modell zu erarbeiten.

Beim Punkt Weihnachts- und Urlaubsgeld habe man auch keine Annäherung erreichen können. Der BDZV habe weiterhin an seiner Position, nicht dynamische Obergrenzen festzuschreiben und die Sonderzahlungen auf diese Weise einzufrieren, festgehalten, so die Meldung des DJV weiter. Ein verhandlungsfähiges Modell habe allerdings nicht zur Diskussion gestanden.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 11. November in Berlin festgelegt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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