Persönlichkeitsrecht

DJV: Einstweilige Verfügung gegen Titanic-Cover ist „überzogen“

Das Cover der aktuellen Ausgabe des Satiremagazins „Titanic“ sorgt momentan für Aufregung. Erzbischof Angelo Becciu hat im Namen von Benedikt XVI. wegen „Verletzung der Persönlichkeitsrechte“ vor dem Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Der Titanic ist es nun unter Androhung eines Ordnungsgelds von bis zu 250.000 Euro untersagt, dass Cover weiter zu verbreiten. Der Deutsche Journalisten-Verband hat diese Entscheidung nun als „überzogen und satirefeindlich“ kritisiert.

In der Meldung des DJV sagt der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken: „Auch der Papst muss sich Satire gefallen lassen.“ Weiter sagt er: „“Er wurde von Titanic als Sinnbild für die Kurie des Vatikan mit satirischen Mitteln an den Pranger gestellt, der die Vatileaks-Affäre anhaftet. Das ist legitim.“

Nach Ansicht des DJV stelle die Fotomontage keine Verletzung der religiösen Gefühle von Katholiken dar, vielmehr karikiere sie den Papst „in seiner Rolle als Repräsentant der Vatikan-Bürokratie“, so die Meldung des DJV. Konken: „Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire.“

Zudem ermunterte Konken die Titanic-Chefredaktion, die Einstweilige Verfügung nicht hinzunehmen. „Es wäre nicht die erste Entscheidung des Landgerichts Hamburg gegen ein Medium, die auf dem Weg durch die Instanzen keinen Bestand hätte“, so die Meldung weiter.

Die Titanic hat angekündigt, Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung einzulegen. Chefredakteur Leo Fischer sagte dazu: „Wir werden sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen und notfalls bis zum Jüngsten Gericht ziehen.“ Die bereits im Handel befindlichen Hefte müssen allerdings nicht zurückgezogen werden.
 
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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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