Presserecht

Corinna Schumacher lässt Fotos von „Die Aktuelle“ verbieten

Nicht nur die Formel 1-Fans beschäftigt seit mehr als einem halben Jahr der Gesundheitszustand von Michael Schumacher. Jetzt ist auch das Landgericht (LG) Köln in die Sache involviert. Schumachers Ehefrau Corinna ging gegen die Bildberichterstattung der Zeitschrift „Die Aktuelle“ vor, nachdem Fotos von ihr vor der Klinik veröffentlicht wurden. Mit Erfolg, denn sie habe Anspruch darauf, bei einem privaten Krankenbesuch nicht Nachstellungen von Journalisten ausgesetzt zu sein, so das LG Köln (Urteil vom 30.07.2014, Az. 28 O 131/14). Damit untersagte es die Veröffentlichungen der geschossenen Fotos der Funke Woman Group, die die Zeitschrift vertreibt.

Corinna Schumacher lässt Fotos von „Die Aktuelle“ verbieten©-cirquedesprit-Fotolia

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Persönlichkeitsrecht vorrangig

Das Urteil zeigt somit, dass auch das Auftreten in der Öffentlichkeit schützenswert ist, soweit es einen privaten Zweck, nämlich einen Krankenhausbesuch, verfolgt. Das schützenswerte Persönlichkeitsrecht überwiegt folglich gegenüber der Pressefreiheit.

Anders könnte es in zwei weiteren Verfahren vor dem LG Köln aussehen, die Corinna Schumacher ebenfalls angestrengt hat. Da geht es wiederum um Bildberichterstattungen, diesmal vom ZDF und der Tageszeitung taz. Anders als in der obigen Sache kritisierten die beiden aber anlässlich der gezeigten Fotos das Verhalten der Medien insgesamt im Fall Schumacher. Die Intention war also gerade nicht Voyeurismus.

„Feige und fragwürdig“

Das spielt keine Rolle, so Schumachers Anwalt Felix Damm. Kritik sei natürlich völlig in Ordnung, nicht aber diese mit unzulässigen Fotos zu untermauern. Es sei feige und fragwürdig, eine bestimmte Art von Berichterstattung zu kritisieren und dabei das Beanstandete selbst zu reproduzieren. Die Entscheidung darüber trifft das LG Köln am 27. August.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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