Presserecht

BGH: Bericht über Jauch Adoptivtochter zulässig

Der Bundesgerichtshof hat eine Berichterstattung über die Adoptivtochter des Talkmasters Günter Jauch als zulässig bewertet.

In der Zeitschrift „Viel Spaß“ aus dem Portfolio des Burda-Verlags war im Zuge der Goldenen Kamera an Günther Jauch über seine Adoptivtochter berichtet worden. So hieß es in dem Bericht, dass sich Jauchs Ehefrau um die beiden leiblichen Kinder sowie die beiden adoptierten Töchter kümmere. Dabei wurden auch die Namen der Töchter und der Adoptivtöchter genannt.

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Dagegen hatte die Adoptivtochter geklagt und verlangt, die Veröffentlichung, sie sei ein Kind von Günther Jauch, zu unterlassen, so die Meldung des Bundesgerichtshofes. Die Klage hatte in beiden Vorinstanzen Erfolg.

Auf die Revision der Beklagten hat der u.a. für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat das Berufungsurteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Die Klägerin sei zwar durch die angegriffene Veröffentlichung in dem durch Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 8 Abs. 1 EMRK gewährleisteten Recht auf informationelle Selbstbestimmung betroffen, jedoch müsse sie die Beeinträchtigung hinnehmen, heißt es in der Meldung des BGH weiter.

Details bereits bekannt

Zwar sei die Presse zur Rücksichtnahme auf das betroffene Kind verpflichtet und es müsse abgewogen werden, ob das Informationsinteresse nicht auch ohne Namensnennung zu genüge erfüllt werde. Jedoch seien bereits in den Jahren 2006 bis 2008 Presseberichte über die Adoption und Vorname, Alter und Abstammung der Klägerin bereits einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, so die Meldung weiter.

Insofern seien die Daten der Öffentlichkeit präsent und im Internet zugänglich. Nach Ansicht des BGH sei dadurch das Gewicht des Eingriffs in die Rechtsposition der Klägerin durch die Weiterverbreitung gegenüber einem Ersteingriff maßgeblich verringert. Bei einer Abwägung zwischen Persönlichkeitsrecht und dem Recht auf Meinungs- und Medienfreiheit müsse die Klägerin zurückstehen, heißt es in der Meldung des BGH weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (1)

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  1. Flu sagt:

    Günther Jauch ist ja so ein sympathischer Typ. Zumindest denken das viele von ihm.
    Er steht nunmal in der Öffentlichkeit, verdient dadurch Millionen, also muß er auch ein paar Dinge, die über ihn recherchiert und veröffentlicht werden, in Kauf nehmen. Tut er aber nicht. Er ist einer von diesen klagefreudigen Prominenten, die mit Hilfe ihrer Medienanwälte Jahr für Jahr den BGH, das Bundesverfassungsgericht und den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg beschäftigen.
    Und nun also wiedermal ein neuer Fall. Natürlich hat hier nicht seine Adoptivtochter selber geklagt, sondern, da sie noch minderjährig ist, wurde sie von ihren Eltern vertreten. Und in der Summe von Klagen macht es diesen Typ doch einfach nur extrem unsympathisch. Er spielt immer den lockeren und unverkrampften Typen, ist aber alles andere als das. Und das ist einfach nur meine Meinung, also darf ich es auch so schreiben.

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