Persönlichkeitsrecht

Trotz EV: Closer druckt Paparazzi-Foto erneut

Das Verhältnis von Boulevardpresse und Prominenten ist sehr ambivalent: Die einen sind dankbar über jegliche Art der Berichterstattung, da sie so im Gespräch bleiben, die anderen sehen in der redaktionellen Praxis einen Übergriff auf die Privatsphäre.

Der Moderator Günther Jauch ist bekannt dafür, sein Privatleben weitestgehend aus den Medien zu halten. Als kürzlich ein Paparazzi-Foto von ihm in der Klatschzeitung „Closer“ erschien (Ausgabe 19, EVT: 2.Mai), auf dem er zusammen mit seiner Frau, dem Ehepaar Gottschalk sowie Guido Westerwelle und seinem Lebensgefährten beim Abendessen in einem Restaurant zu sehen war, ließ er über seinen Anwalt Christian Schertz eine Unterlassungserklärung schicken. Das Landgericht Köln erließ eine Einstweilige Verfügung.

Der Bauer Verlag zeigte sich von der Entscheidung des Gerichts wenig beeindruckt und veröffentlichte das Foto in der letzten Woche erneut – diesmal mit einem begleitenden Text, der Überlegungen zu den Verknüpfungen von Politikern und Journalisten anstellte. Die Überschrift: „Wie glaubwürdig ist er jetzt noch?“

Für die Rechtsabteilung des Bauer Verlags seien beide Abdrucke des Fotos rechtmäßig, da es, trotz jeweils unterschiedlichem Kontext, ein öffentliches Interesse daran gebe, so die Informationen von „Süddeutsche.de“.

Schertz hingegen sagte gegenüber „Süddeutsche.de“: „Erst nachdem wir gegen das Paparazzi-Foto vorgegangen sind, schickte Closer einen Alibi-Fragebogen hinterher, offensichtlich, um die Berichterstattung noch irgendwie zu rechtfertigen“. Für ihn betreibe Closer einen kalkulierten Rechtsbruch.

Das Magazin ist seit Februar im Handel und konzentriert sich, statt auf Hollywood-Stars und Co,  auf nationale Promis. Schertz müsse ständig gegen Verletzungen des Persönlichkeitsrechts vorgehen, so die Angaben von „Süddeutsche.de“.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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