Persönlichkeitsrecht

Strafanzeige Heinos gegen Jan Delay wegen Nazi-Vorwurfs

Heino reagiert auf die Angriffe von Jan Delay – mit einer Strafanzeige wegen Verdachts der Beleidigung, üblen Nachrede und Verleumdung.

Heino zeigt Jan Delay wegen Nazi Vorwurf an  © Africa Studio - Fotolia.com

Heino zeigt Jan Delay wegen Nazi Vorwurf an © Africa Studio – Fotolia.com

Wer hätte gedacht, dass der Streit zwischen den Schlager- bzw. Popstars Heino und Jan Delay derart eskalieren würde. Er begann mit einem Interview mit der österreichischen „DiePresse.com“, in dem Jan Delay seinen Musikerkollegen als Nazi bezeichnete.

„Schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt“

Offenbar missfiel es Delay, dass Heino im vergangenen Jahr den Hit „Liebes Lied“ von Delays früherer Band Absolute Beginner coverte – und damit große Erfolge feierte. „Das war wirklich schlimm. Wir haben extra nichts gesagt, weil wir ihm kein Forum geben wollten. Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi“, so Delay in dem Interview. „Der Typ hat in Südafrika während der Apartheid im Sun City gesungen. Und sein Repertoire: ‚Schwarzbraun ist die Haselnuss‘, Soldatenlieder… Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt.“

„Rechtsanwalt beauftragt, mit allen rechtlichen Mitteln gegen Herrn Delay vorzugehen“

Der „Bild“- Zeitung erklärte Heino, er werde im Gegenzug rechtliche Schritte einleiten. So bestätigte sein Rechtsanwalt: „Wir haben gegen Jan Delay Strafanzeige wegen des Verdachts der Beleidigung, üblen Nachrede und Verleumdung gestellt.“ Doch nicht nur strafrechtliche Konsequenzen könnte der Vorwurf Delays nach sich ziehen. So fordere man zudem die Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie eine Geldentschädigung, die Heino spenden solle.

„völkisch-verherrlichende Lieder“

Der Vorwurf Delays ist jedoch nicht der erste seiner Art. So wurde Heino bereits von anderen Musikern angelastet, „völkisch-verherrlichende Lieder“ in seinem Programm zu haben. Dies bestritt der 75-Jährige. Doch bereits ein Interview aus dem vergangen Jahr mit der „Frankfurter allgemeinen Sonntagszeitung“ offenbart eine unglückliche Formulierung, die Kritikern neue Nahrung lieferte. So beschrieb sich Heino hinsichtlich seiner Fitness wie folgt: „hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund“. Was nicht viele Leute wissen: Diese Formulierung stammt aus einer Rede Adolf Hitlers. Heinos Manager ließ verkünden, dass dem Musiker dieser Zusammenhang ebenfalls unbekannt war.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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