Persönlichkeitsrecht

„Sackrileck“-Artikel: Einstweilige Verfügung gegen Satiremagazin „Eulenspiegel“

Das Landgericht München I hat eine Einstweilige Verfügung gegen die aktuelle Ausgabe des Satiremagazins „Eulenspiegel“ erlassen. Dabei geht es um einen Artikel, der sich parodistisch mit den Gerüchten einer angeblichen Schwulen-Lobby im Vatikan auseinandersetzt.

Der Eulenspiegel-Redakteur Gregor Füller lässt in dem derben, fiktiven Artikel – angelehnt an den Stil des Bestsellerautors Dan Brown – zwei Kirchenexperten aufeinandertreffen: den Vatikankorrespondent der Bild-Zeitung Andreas Englisch und den Kirchenfachmann der Süddeutschen Zeitung Matthias Drobinski. Letzterer hatte nun vor dem LG München die Einstweilige Verfügung erwirkt. Zuvor hatte er bereits eine Unterlassungserklärung an die Eulenspiegel-Redaktion geschickt, so die Angaben der taz.

© svort Fotolia

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„Eklatante Persönlichkeitsverletzung“

Drobinski habe sich nach Rücksprache mit seiner Redaktion entschieden, gegen das Satireblatt vorzugehen, da es nach seiner Ansicht bei dem Artikel um eine „eklatante Persönlichkeitsrechtsverletzung“ handele, so die Meldung weiter.

Heft nur noch ohne Artikel im Handel

Der Eulenspiegel darf das Heft nur noch ohne den beanstandeten Artikel verkaufen. Auf der Webseite des Satiremagazins heißt es dazu: „Wir haben natürlich sofort alle Händler angewiesen, die betreffenden Hefte aus ihrem Sortiment zu entfernen. Leider kann es aber auch einzelne schwarze Schafe geben, die solchen Aufforderungen nur schleppend nachkommen. Wir bitten daher Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns zu helfen. Sollten Sie irgendwo noch das Heft 8/2013 in der Auslage sehen, dann kaufen Sie keinesfalls dieses verbotene Exemplar! Machen Sie stattdessen den Verkäufer darauf aufmerksam, dass er SOFORT die entsprechenden Hefte entfernen muss! Vielen Dank für Ihre Mithilfe!“

Erst im vergangen Jahr hatte das Satiremagazin „Titanic“  ebenfalls eine Einstweilige Verfügung wegen einer Kirchensatire kassiert. Dabei zeigte das Magazin im Zuge der Vatileaks-Affäre Papst Benedikt XVI. mit befleckter Soutane auf dem Cover. Papst Benedikt XVI. zog die Einstweilige Verfügung jedoch nach einiger Zeit wieder zurück.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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