Persönlichkeitsrecht

Privatsphäre: Geissens erzielen Sieg vor Gericht

Robert und Carmen Geiss lassen die Öffentlichkeit gern an ihrem Privatleben teilhaben. Doch nur bis zu einem gewissen Grad: Das Ehepaar hatte gegen das Magazin Closer wegen Verletzung der Privatsphäre geklagt – und nun zum Teil Recht bekommen. 
 

An dem Millionärspaar Robert und Carmen Geiss führt im deutschen Fernsehen momentan kein Weg vorbei: Nicht nur in ihrer eigenen Reality-Show gewähren sie Einblick in ihr Leben, auch in Werbung, Talkshows oder Magazinen sind die Eheleute stets präsent. Man kann von dem exzentrischen Paar halten was man will, aber sie sind unbestreitbar ein Phänomen. Doch so bereitwillig die Geissens sich zeigen, auch sie haben Grenzen. Und die haben sie durch die Berichterstattung im Magazin Closer als verletzt gesehen.

Das Magazin hatte in einem Bericht die Frage gestellt, ob die Eheleute Geiss „sozial inadäquat“ viel Alkohol tränken, zumal sie das im Beisein ihrer Kinder tun würden. Auf den begleitenden Fotos war Robert Geiss zu sehen, wie er auf der Yacht mit einer Bierflasche vor seinen Töchtern stand.

Schutzinteresse wahren

Das Landgericht München hat nun entschieden, dass das Magazin Closer die Kinder nicht hätte zeigen dürfen, dies sei ein Verstoß gegen das Presserecht. Bei der privaten Yacht handle es sich „um einen erkennbar abgetrennten Privatraum“ – nicht zu vergleichen mit einem Spaziergang am Hafen, so das Gericht nach Angaben der Süddeutschen Zeitung. Auch wenn die Familie bereitwillig Einblick in ihr Leben gebe, gelte dennoch das Schutzinteresse für die Kinder, so die Richter.

Die RTL2-Sendung „Die Geissens- Eine schrecklich glamouröse Familie“ bilde nur einen ausgewählten Teil des Privatlebens ab, trotz aller Öffentlichkeit müsse deshalb eine Rückzugsmöglichkeit bestehen bleiben. „Closer“ ist es daher künftig untersagt, die oben erwähnten Fotos erneut zu zeigen, so das Gericht laut der Süddeutschen Zeitung weiter.

Nicht zu beanstanden sei jedoch der Bericht über einen Kindergeburtstag, bei dem sich das Magazin einige Kostüme des Personals mit dem Rotlichtmilieu verglich. Dies sei nicht „gänzlich unnachvollziehbar“, so das Gericht laut Angaben der Süddeutschen Zeitung. Dies sei eine „wertende, zugespitzte und plakative Beschreibung“, aber zulässig.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Magazin „Closer“ im juristischen Streit mit Prominenten befindet. Auch Franziska van Almsick hatte gegen das Magazin wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts geklagt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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