Persönlichkeitsrecht

Persönlichkeitsrechtsverletzungen – Corinna Schumacher erhält 60.000 Euro

Corinna Schumacher wurde vom Oberlandesgericht Hamburg in letzter Instanz eine Entschädigung in Höhe von 60.000 € zugesprochen. Seit Jahren klagte Corinna Schumacher gegen die Funke Mediengruppe wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

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Das Oberlandesgericht Hamburg hat in letzter Instanz das Urteil des Landesgerichts Hamburg bestätigt. Corinna Schumacher erhält 60.000 Euro Entschädigung von der Funke Mediengruppe.

Die Funke Mediengruppe hatte in den Zeitschriften „Frau aktuell“, „Frau im Spiegel“ und „Die Aktuelle“ Fotos von Corinna Schumacher abgedruckt, als diese in Grenoble auf dem Weg zu ihrem Mann ins Krankenhaus war. Ihr Mann, Michael Schumacher, erlitt im Dezember 2013 einen schweren Skiunfall.

Hohe Geldzahlung wegen Vielzahl der Verstöße

Laut Corinna Schumachers Anwalt seien immer wieder Fotos in Zeitschriften erschienen, obwohl bereits einstweilige Verfügungen vorlagen. Insbesondere die Vielzahl der Veröffentlichungen habe dazu geführt, dass das Gericht diese hohe Geldzahlung zugesprochen habe.

Persönlichksitsrechtsverletzung: Falschmeldungen durch Boulevardpresse

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Corinna Schumacher gegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen zur Wehr setzt. Bereits im Jahr 2014 beantragte sie einstweilige Verfügungen gegen „Bunte“, „Super Illu“, und „Neue Woche“, da es über den gesundheitlichen Zustand von Michael Schumacher einige Falschmeldungen durch die Boulevardpresse gab. Sie berichtete, dass er aus dem Koma erwacht sei. Dies entsprach zum damaligen Zeitpunkt nicht den Tatsachen. Auch soll ein als Priester verkleideter Reporter versucht haben, sich Zugang zum Krankenzimmer von Michael Schumacher zu verschaffen.

Fazit

Geldentschädigungen können den Betroffenen bei schwerwiegenden Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch die Medien zugesprochen werden. Abzuwägen ist hierbei immer die Persönlichkeitsrechtsverletzung des Betroffenen gegen die Pressefreiheit der Medien. Die hohe Entschädigungssumme von 60.000 € ist in Corinna Schumachers Fall darauf zurückzuführen, dass die Fotos weiterhin veröffentlicht wurden, obwohl dies per einstweiliger Verfügung vom Gericht verboten worden war. Zudem besitzen hohe Geldzahlungen erfahrungsgemäß abschreckende Wirkung. Kleinere Entschädigungszahlungen hingegen werden große Printmedien oftmals hinnehmen und einkalkulieren, da durch das Abdrucken von exklusiven Fotos Gewinne erzielt werden, die die Entschädigungszahlungen häufig um ein Vielfaches übersteigen. (NS)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Tinkerbrüll sagt:

    Was soll das? Diese Leute haben nur durch die Öffentlichkeit Ihre Millionen verdient, also haben Sie das öffentliche Interesse an ihnen gefälligst auch hinzunehmen. Was wäre denn, wenn plötzlich auf der ganzen Welt niemand mehr Fotos von bekannten oder „interessanten“ Personen machen dürfte? Dann würde es eben solche Fotos und Berichte nicht mehr geben. Was für mich persönlich auch nicht relevant ist. Aber so lange es Zeitschriften, Verlage und Medien gibt, müssen solche Menschen eben einfach damit leben. Aber stattdessen wird Ihnen noch mehr Kohle zugesprochen. Unglaublich.

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