Persönlichkeitsrecht

LG Köln: Rechtsanwalt darf nicht als Winkeladvokat bezeichnet werden

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass ein Rechtsanwalt durch die Bezeichnung als Winkeladvokat in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt wird.


Bldnachweis:/Staatsministerium der Justiz/Toni Kaarttinen/CC BY 2.0/Some rights reserved

Vorliegend hatte ein Rechtsanwalt die Kanzlei seines Berufskollegen in seinem Schriftsatz als „Winkeladvokatur“ bezeichnet. Daraufhin ging dieser gegen ihn vor im Wege der Unterlassungsklage vor. Nach seiner Ansicht werde sei damit gemeint, dass er ein Winkeladvokat sei. Hierin liege eine Beleidigung.

Hiermit war der betreffende Rechtsanwalt nicht einverstanden. Er berief sich unter anderem auf die Meinungsfreiheit. Darüber hinaus sei in der Internetpräsenz des Kollegen nicht ersichtlich, ob es sich um einen Einzelanwalt in Kooperation oder einen Sozius handeln würde. Dies sei unlauter.

Das Landgericht Köln ließ sich von diesen Argumenten nicht beeindrucken und gab der Klage mit Urteil vom 15.11.2011 (Az. 5 O 344/10) statt. Nach den Feststellungen des Gerichtes wird hierdurch der Rechtsanwalt als Winkeladvokat bezeichnet. Hierbei handele es sich um unzulässige Schmähkritik, die nicht mehr von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt werde. Denn es gehe nur darum, den betreffenden Anwalt zu kränken. Infolgedessen werde hier der Kollege in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Rene Runge [Mobile] sagt:

    Lustige Meldung !

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