Persönlichkeitsrecht

LG Köln – Herbert Grönemeyer siegt gegen Bunte, Axel Springer und Bauer

Ein 2014 entstandenes Video am Köln/Bonner Flughafen erweckte den Eindruck, dass Herbert Grönemeyer grundlos ausrastete und sowohl verbal als auch handgreiflich auf Journalisten losging. Doch so war es nicht. Das LG Köln hat daher in drei Verfahren gegen Springer, Bauer und die Bunte eine Wort- und Bildberichterstattung über den Vorfall untersagt. Die Aussagen seien „unwahr“, entschied das Gericht. Fotos und Videos dürfen nicht mehr verbreitet werden.

Herbert Grönemeyer – Von Superbass – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0

2014 sorgte ein Video Herbert Grönemeyers besonders in den Boulevardmedien des Landes für eine tagelange Berichterstattung. Auf dem Video ist, harmlos ausgedrückt, eine Auseinandersetzung zwischen Grönemeyer und mehreren Fotografen am Flughafen Köln/Bonn zu sehen. Eine mögliche Erklärung der Situation ist auf dem Video jedoch nicht ersichtlich. Daher entstand der Eindruck, dass Grönemeyer scheinbar grundlos die wartenden Fotografen attackierte. Damals ein handfester Skandal.

Grönemeyer hatte daraufhin auf Unterlassung der Veröffentlichung des Videos geklagt, dass den Zwischenfall am Flughafen Köln Bonn zeigt.

 – LG Köln untersagt Bauer, Axel Springer, Bunte die Berichterstattung größtenteils

Nun kam es zur Verhandluing vor dem Landgericht (LG) Köln. Und die Richter urteilten zugunsten Grönemeyers. Nach Auffassung des LG Kölns sie es nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme als erwiesen anzusehen, dass die (nunmehr untersagten) Aussagen unwahr seien und damit Grönemeyer in seinem Persönlichkeitsrecht verletzten. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hatte bereits in einem vorangegangenen Rechtsstreit die Verbreitung des Videos auf www.bild.de über den Vorfall wegen der unzulässigen Veröffentlichung manipulierten Filmmaterials untersagt (OLG Köln, Urt. v. 09.03.2017, Az. 15 U 46/16). Nach der Entscheidung des LG Köln ist nunmehr auch die Verbreitung einzelner hieraus entnommener Bilder unzulässig.

So darf der Heinrich Bauer Verlag weder Bilder des Vorfalls veröffentlichen noch verbreiten, dass der Sänger einem der Fotografen den Finger umgebogen, auf dessen Kamera eingeschlagen oder mit einer Laptop-Tasche, in der sich ein Computer befunden habe, zugeschlagen habe. Auch die Behauptung der beiden ebenfalls beklagten Fotografen, sie seien an der Hand und im Gesicht verletzt worden sowie die Veröffentlichung entsprechender Bildnisse der Fotografen hat das LG Köln untersagt (Az. 28 O 177/15).

Dem ebenfalls über den Vorfall berichtenden Axel Springer Verlag sowie den beklagten Fotografen hat das LG Köln darüber hinaus untersagt, zu verbreiten, dass der Sänger einem der Fotografen die Kamera aus der Hand geschlagen bzw. den anderen gewürgt habe. Eine entsprechende Bildberichterstattung ist ebenfalls verboten worden (Az. 28 O 178/15).

Grönemeyer – Bunte muss Richtigstellung veröffentlichen

Das LG Köln hat den Bunte Entertainment Verlag zudem verurteilt, in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift „Bunte“ eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Diese hatte im Dezember 2014 berichtet, der Sänger habe einem Fotografen eine Reisetasche an den Kopf geschleudert und den zu Boden gegangenen Mann mit den Händen gepackt. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde nun untersagt. Die Richtigstellung müsse dahingehend erfolgen, dass – anders als zunächst berichtet – Herr Grönemeyer den Fotografen, als er stand, am Nacken festgehalten habe und sich dieser sodann zu Boden fallen ließ. Außerdem müsse der Verlag insgesamt 3.111,85 Euro Schadensersatz für vorgerichtliche Rechtsanwaltskosten zahlen (Az. 28 O 225/15).

Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Gegen sie kann innerhalb eines Monats ab ihrer förmlicher Zustellung Berufung bei dem OLG Köln eingelegt werden.

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tsp


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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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