Persönlichkeitsrecht

LG Berlin verbietet Wiederholung von „Frauentausch“-Folge

Das TV-Format „Frauentausch“ auf RTL2 wird offiziell als Doku-Soap beworben, jedoch ganz aus „dem Leben gegriffen“ ist die Sendung nicht, wird doch die redaktionelle Nachbearbeitung in jeder Folge deutlich. Nun hat das Landgericht Berlin die Wiederholung einer Folge des Formats untersagt.

Demnach ist es der Produktionsfirma unter Androhung eines Ordnungsgeldes nicht gestattet, die beanstandete Folge erneut zu senden oder durch Dritte verbreiten zu lassen, so die Meldung des LG Berlin.

Eine Kandidatin des Formats hatte gegen die Produktionsfirma geklagt, da sie sich „durch die Art der Darstellung in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sah“, so die Meldung weiter. Zwar habe die Klägerin eine Einwilligungserklärung abgegeben, jedoch sah sie sich aufgrund der nachträglichen Bearbeitung der Lächerlichkeit preisgegeben. In der Sendung sei sie als „überforderte und geistig verwirrte, bei ihren Kindern unbeliebte Mutter der praktisch veranlagten, sympathischen und ordentlichen Tauschmutter gegenüber gestellt worden“, so die Meldung weiter. Es sei nicht zu erwarten gewesen, dass die nachträgliche Bearbeitung des Materials „zum ausschließlichen Zweck der Verspottung“ diene, so das Gericht.

Eine Forderung auf finanzielle Entschädigung wurde hingegen vom Gericht abgewesen, da die Missachtung des Persönlichkeitsrechts nicht so schwerwiegend gewesen sei. Die Klägerin hatte Zahlung von mindestens 15.000,- EUR verlangt, so die Meldung des LG Berlin.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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