Persönlichkeitsrecht

Gesichtserkennung in der Pornoindustrie

Eine neue bedenkliche Idee hat sich das US-Amerikanische Pornoindustrie-Unternehmen Naughty-America für seine Kunden ausgedacht.

Virus, Betrug, Abzocke

© asrawolf-Fotolia


Lädt man das Foto einer Frau auf der neu gegründeten Seite „Face“ hoch, sucht diese Seite automatisch nach ähnlich aussehenden Frauen aus der Pornobranche. So, der Gedanke der Betreiber, können Männer, Pornodarstellerinnen zielführender verbunden mit eigenen Schönheitsvorstellungen auffinden.
Leider lässt zurzeit die Technik noch einiges zu wünschen offen. Im Test wurde nicht einmal die Haarfarbe richtig erkannt.
Vor allem aber dürfte an der ganzen Idee die große Gefahr die Verletzung der Privatsphäre sowie des Persönlichkeitsrechtes sein. Außerdem behält sich Naughty America in den Nutzungsbedingungen die Weiterverwertung der hochgeladenen Bilder vor. Dies dürfte zu unschönen Überraschungen führen, wenn sich die nichtsahnende plötzlich im Netz auf einschlägigen Seiten wiederfindet.
Die Technik wirft aber auch andere moralische Bedenken auf. Naughty America arbeitet eng mit einer Seitensprungagentur im Netz zusammen. Die Technik könnte eifersüchtige und misstrauische Partner dabei unterstützen, ihren Partner bei Aktivitäten außerhalb der Beziehung aufzuspüren und zu entdecken.
Letztlich lässt sich diese Technik dazu einsetzen jeden Menschen im Netz auf jedweden Fotos aufzuspüren. Manch einem dürfte das sogar vielleicht egal, oder sogar genehm sein, jedoch der Mehrheit sicherlich nicht. Durch Gesichtserkennung letztlich auf jedem Foto entdeckt werden zu können, sei es das Foto auf dem man alkoholisiert bei der Abschlussfeier zu erkennen ist, oder tatsächlich eines von einem selbst auf einer Dating-Seite, der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Privatsphäre würde noch gläserner als sie zurzeit ohnehin schon ist. Dies birgt jedenfalls zweifelsohne enorme Risiken.
Die Gesichtserkennung bei Naughty America mag jedoch zu forderst eine gute Werbeidee sein. Die Verlinkungen zu den gefundenen angeblich übereinstimmenden Gesichtern, werden einem per Mail an die eigene E-Mail Adresse gesendet. Möglicherweise verbirgt sich hinter der ganzen Sache letztlich eines: Eine gelungene PR-Aktion,  um an die Mailadressen von potenziellen Neukunden zu gelangen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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