Persönlichkeitsrecht

„Bild“ und Otti Fischer: Rechtsstreit um Sex-Video beendet

Nach jahrelangem Rechtsstreit um ein Sex-Video des Schauspielers Ottfried Fischer hat das Landgericht München das Verfahren nun eingestellt.

Sechs Jahre hatte der Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Ottfried Fischer und dem „Bild“-Journalisten Wolf-Ulrich Schüler angedauert, jetzt hat das Landgericht München das Verfahren gegen Schüler wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs“ gegen Zahlung von 3500 Euro an eine Vereinigung, die sich für Parkinson-Patienten einsetzt, eingestellt.

© svort Fotolia

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Erpressung mit Sex-Video?

Ottfried Fischer hatte dem Bild-Journalisten vorgeworfen, ihn mit einem Video, das ihn beim Sex mit einer Prostituierten zeigt, zu einem Interview erpresst zu haben. Im Oktober 2010 verurteilte das Amtsgericht München den Journalisten zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro, das Landgericht München sprach den Journalisten jedoch im Berufungsprozess 2011 frei.

Daraufhin hob das Oberlandesgericht München den Freispruch auf. Die Richter begründeten das vor allem damit, dass die Begründung der Entscheidung Widersprüche enthalte. Darüber hinaus werde nicht die Einlassung des Beschuldigten aufgeführt. Schließlich werde nicht mitgeteilt, wie Zeugen auf Nachfragen reagiert hätten, so die Richter damals. Der Fall wurde in der Vorinstanz neu aufgerollt. 2014 war dann der Bild-Reporter vom Vorwurf, Ottfried Fischer genötigt zu haben, freigesprochen worden.

Knifflige Rechtsfragen ungeklärt

Der Vorsitzende Richter sagte in der Verhandlung: „Herr Schüler hat sich das Video angeguckt, das hätte ich auch gemacht.“ Als Journalist habe er „schließlich wissen müssen, was drauf ist.“ Der Vorsitzende betonte weiter: „Die kniffligen Rechtsfragen, die dieser Fall aufwirft, bleiben ungeklärt.“

„Gründliche Recherche“

Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Axel Springer, sagte laut einer Pressemitteilung des Axel Springer Verlags: „Die Staatsanwaltschaft München hat über sechs Jahre hinweg auf absurde Weise versucht, einen Journalisten zu kriminaliseren, der nichts anderes getan hat, als gründlich zu recherchieren. Von den Vorwürfen aus 2010 ist nichts übrig geblieben.“

Die Bild-Zeitung bleibe bei der Auffassung, dass es für Journalisten weiterhin möglich sein müsse, Material zu sichten, ohne sich einer Strafverfolgung auszusetzen, so die Meldung weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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