Persönlichkeitsrecht

AG Köln: Bezeichnung von Castingshow-Teilnehmer als „DSDS-Trottel“

Darf ein Teilnehmer an der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ als DSDS-Trottel bezeichnet werden? Hierzu gibt es eine aktuelle Entscheidung des Amtsgerichtes Köln.

Im vorliegenden Fall hatte ein Teilnehmer mehrmals erfolglos an der Vorrunde der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ teilgenommen. Daraufhin wurde er in einem Onlinemagazin für Prominente als „DSDS-Trottel“ bezeichnet.

Daraufhin verklagte der Teilnehmer das Onlinemagazin auf Schmerzensgeld in Höhe von 600 € mit der Begründung, dass hierin eine schwere Beleidigung liege. Durch diese sei er in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt worden.

Das Amtsgericht Köln stellte in seinem Urteil vom 08.03.2012, (Az. 137 C 435/11) zunächst einmal fest, dass es sich bei der Bezeichnung als „DSDS-Trottel“ um eine Beleidigung handelt. Trotzdem sprachen die Richter kein Schmerzensgeld zu und wiesen die Klage ab. Nach ihrer Auffassung sei hierdurch nicht schwerwiegend genug in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Teilnehmers eingegriffen worden.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Werner v. Brehm sagt:

    Und noch einen Tritt vor den Bug, hehe. Der arme Tuppes. Es ist ihm kein Erfolg gegönnt, ausser seiner unEhrenhaften Betitelung…

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