NDAs (Geheimhaltungsverträge)

Geheimhaltungsverträge, englisch non-disclosure agreement (NDA), dienen dazu vertrauliche Informationen zu schützen. Um diesen Schutz zu festigen können auch Vertragsstrafen für den Fall eines Verstoßes festgelegt werden. Dieser Artikel soll die Grundstrukturen von NDAs überblicksweise skizzieren.

Arten von NDAs

Üblicherweise wird zwischen zwei Arten von NDAs unterschieden: Unilaterale und bilaterale NDAs, auch ein- bzw. zweiseitige NDAs. Im ersten Fall gibt ein Auftraggeber schützenswerte Informationen an einen Auftragnehmer weiter. Da nur die Informationen des Auftraggebers betroffen sind, gilt die Geheimhaltung nur für den Auftragnehmer.

Bei bilateralen NDAs tauschen beide Vertragsparteien schutzwürdige Informationen miteinander aus. Hierbei sind in der Folge auch beide Parteien zur Geheimhaltung verpflichtet.

Vertragsinhalte

Neben der Bezeichnung der Vertragsparteien gehört insbesondere eine Definition, welche Informationen der Geheimhaltung unterliegen sollen, zum Vertragsinhalt. Manche Informationen dürfen jedoch nicht der Geheimhaltung unterworfen werden. Dazu gehören beispielsweise Informationen, die bereits vorher bekannt waren oder rechtmäßig durch einen Dritten erlangt wurden. Auch wie lange die Geheimhaltungsvereinbarung wirkt, ist ein wichtiger Vertragspunkt.

Der Umfang der gestatteten Verwendungszwecke kann ebenfalls genauer bestimmt werden. Im Umkehrschluss können bestimmte Verwendungszwecke auch explizit ausgeschlossen werden.

Ob eine Vertragsstraße für den Fall eines Verstoßes vereinbart wird, ist vom Einzelfall abhängig. Hier ist immer individuell zu ermitteln, ob diese nötig und gewünscht ist und wenn ja, in welcher Höhe.

Auch kann eine Pflicht vorgesehen sein, innerhalb einer vereinbarten Frist Dokumente zurückzugeben oder zu vernichten. Diese findet insbesondere im Vorfeld von Lizenzvereinbarungen und großen M&A-Prozessen Anwendung.

Vorteile von NDAs

Der Ursprung der NDAs liegt im US-Recht, das kein einheitliches Datenschutzrecht kennt. Deshalb war der vornehmliche Zweck die Selbstregulierung des Datenschutzes. Doch auch im deutschen Rechtsraum können NDAs für die Vertragsparteien Vorteile mit sich bringen. Dazu zählen vor allem eine mögliche Beweislastumkehr und die Festsetzung von Vertragsstrafen oder pauschalem Schadenersatz. Auf den oftmals schwierigen Nachweis über die tatsächliche Schadenshöhe kann in solchen Fällen verzichtet werden.

Individuelle Beratung

Da NDAs der allgemeinen Vertragsfreiheit unterliegen, ist eine Vielzahl von Ausgestaltungsformen und individuellen Inhalten möglich. Dies führt folglich zu einem hohen Beratungsbedarf abseits von gängigen Vorlagen. Um die Interessen aller Vertragsparteien möglichst umfassend und wirksam zu schützen, ist somit eine kompetente und umfassende rechtliche Beratung notwendig.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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