Medienrecht

ZDF und Produzentenallianz vereinbaren „Transparenz-Offensive“

Schon seit einiger Zeit stehen die öffentlich-rechtlichen Sender wegen der mangelnden Transparenz bei der Auftragsvergabe in der Kritik. Jetzt scheint die Kritik zu wirken: Nach der ARD hat nun auch das ZDF zusammen mit der Produzentenallianz die „Eckpunkte für die Transparenz der Zusammenarbeit“ vereinbart. 

Ziel der Vereinbarung ist es, die Transparenz bei der Auftragsvergabe zu fördern und den Produzenten eine angemessene Beteiligung am Wettbewerb um Programme zu ermöglichen, so die gemeinsame Meldung von ZDF und Produzentenallianz. Somit soll ein fairer und korruptionsfreier Wettbewerb gewährleistet werden.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Daher verpflichtet sich das ZDF dazu, jedes Jahr die Volumina in Geld und Menge nach Genres und Produktionsarten zu veröffentlichen und die durchschnittlichen Kosten von Produktionen nach Genres zu erläutern.

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Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF sagte dazu: „Eine leistungsfähige Produzentenlandschaft ist für das ZDF als größter Einzelauftraggeber für Fernsehproduktionen von herausragender Bedeutung. Sie trägt erheblich zu unserem Programmerfolg bei und steht für Inhalte, die die Vielfalt der Regionen in Deutschland abbilden.“

Alexander Thies, Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands, ergänzte: „In der Vergangenheit gab es keine belastbaren Zahlen über den Fernsehproduktionsmarkt in Deutschland, Produzenten mussten auf der Grundlage von Schätzungen, Vermutungen und Gerüchten planen. Damit ist bald Schluss. Nach der gründlichen Beleuchtung des Markts durch die ‚Produzentenstudie 2012‘ und den Leitlinien für Transparenz und Antikorruption, die wir im letzten Herbst mit den ARD-Sendern beschlossen haben, komplettieren die vorliegenden „Eckpunkte für die Transparenz der Zusammenarbeit“ mit dem ZDF die Grundlage für eine künftige Transparenz – zumindest für den öffentlich-rechtlichen Sektor.“

Die „Eckpunkte für die Transparenz der Zusammenarbeit“ finden Sie hier.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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