Medienrecht

ZDF für Erhalt von Werbung und Sponsoring

Momentan gibt es immer wieder Diskussionen über eine Reduzierung der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das ZDF hat sich nun in einem Positionspapier für den Erhalt der Werbung ausgesprochen.

Man gehe nicht davon aus, dass bei einem Werbeverbot bei ARD und ZDF die Budgets an die Privatsender verschoben werden würden. Man glaube vielmehr, dass die werbetreibende Wirtschaft ihre Budgets entweder reduzieren oder in Online-Werbung umleiten werden. „Profitieren würden also in erster Linie die „Googles“ dieser Welt“, heißt es im ZDF-Positionspapier.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Werbeeinnahmen entlasten Beitragszahler

Momentan entlasten die Werbeeinnahmen jeden Beitragszahler um monatlich 1,25 €, wobei anteilig 1,10 € auf Werbung und 0,15 € auf Sponsoring entfallen, so das Positionspapier des ZDF weiter.

Unter Berücksichtigung der bereits geltenden Sponsoring-Einschränkung reduziere sich im Falle eines vollständigen Entfalls von Sponsoring der Kompensationsbeitrag auf 0,08 €, so das Ergebnis der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). Nach den verfassungsrechtlich vorgegebenen Grundsätzen der Rundfunkfinanzierung müssten die Einnahmeausfälle bei einem Verzicht auf Werbung und Sponsoring kompensiert werden, heißt es im Positionspapier weiter.

Die Einbußen für einen kompletten Verzicht auf Werbung und Sponsoring bei ARD und ZDF würden sich nach Berechnungen der KEF auf 2.118 Mio. € für eine Beitragsperiode belaufen, eine Reduzierung von Werbung und Sponsoring könne nicht aus den verbleibenden Mehrerträgen realisiert werden.

Fernsehwerbemarkt dominiert

Zudem werde der deutsche Fernsehwerbemarkt wird weitgehend von einem „wettbewerbslosen Duopol“ (Zitat Bundeskartellamt) der beiden großen kommerziellen Senderfamilien dominiert, die sich in etwa 80 % des Marktes untereinander aufteilen, so das Positionspapier weiter. Die werbetreibende Wirtschaft befürworte den Erhalt der Werbung bei ARD und ZDF, um nicht vollständig den beiden großen kommerziellen Senderfamilien ausgeliefert zu sein.

 

Quelle: Positionspapier des ZDF

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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