Medienrecht

ZDF-Fernsehrat lehnt Fusion der ZDF-Digitalkanäle ab

Seit Monaten stehen die digitalen Spartenkanäle der öffentlich-rechtlichen Sender in der Kritik, immer wieder werden Forderungen laut, das Angebot zu kürzen. Nun hat sich der ZDF-Fernsehrat gegen eine Fusion der eigenen Digitalkanäle ausgesprochen.

Eine Fusion von ZDFneo oder ZDFinfo mit anderen öffentlich-rechtlichen Angeboten habe keine Perspektive, so der ZDF-Fernsehrat. Auch ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut hatte einen entsprechenden ARD-Vorschlag abgelehnt. „Eine Verschmelzung dieser Kanäle macht Strukturen komplizierter und bringt keine Effizienzgewinne“, so Bellut laut einer Meldung des ZDF. Weder programmstrategisch, noch finanziell oder organisatorisch würde man von einer Fusion profitieren können, so die Meldung weiter.

ZDF

Erfolg der ZDF-Digitalkanäle hervorgehoben

Der ZDF-Fernsehrat lobte hingegen den nachhaltigen Beitrag von ZDFneo und ZDFinfo zum Erfolg der ZDF-Programmfamilie, die beiden Spartensender seien mit Abstand die erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle. Vor allem die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen könne man mit diesen Sendern erreichen, im ersten Quartal 2013 haben man 2,0 Prozent Marktanteil bei dieser Zielgruppe erreicht, so die Meldung weiter. „Die Strategie des ZDF, mit seinen Digitalkanälen dem Generationenabriss in dieser Altersgruppe entgegen zu wirken, ist voll aufgegangen“, so ZDF-Intendant Bellut.

Gemeinsamer Jugendkanal mit ARD nur nach Beauftragung der Länder

Zu den Plänen, gemeinsam mit der ARD ein Jugendkanal zu initiieren, sei das ZDF grundsätzlich bereit. Jedoch erwarte man dazu eine klare Beauftragung durch die Länder, eine angemessene finanzielle Ausstattung, die Anerkennung des zusätzlichen Personalaufwandes durch die KEF und eine erweiterte Telemedienbeauftragung, so die Meldung des ZDF weiter.

Thomas Bellut: „Unsere momentane Situation ist geprägt von einem seit sechs Jahren stabilen Rundfunkbeitrag und hohen Einsparvorgaben der KEF im Personalbereich. Darum können wir uns nur auf einer sicheren Grundlage am Projekt eines öffentlich-rechtlichen Jugendkanals beteiligen.“

Das ZDF muss gerade einen strengen Sparkurs fahren und rund 400 Stellen abbauen, nachdem es jahrelang Sparauflagen der KEF ignoriert hatte.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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