Medienrecht

ZAK: Verstöße bei Programm und Werbung 2014 verdoppelt

Die Medienanstalten haben ihren Jahresrückblick 2014 veröffentlicht. Demnach haben sich die medienrechtlichen Verstöße im Bereich Programm und Werbung fast verdoppelt.

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat im vergangen Jahr einen deutlichen Anstieg von Verstößen gegen das Medienrecht im Bereich Programm und Werbung verzeichnet. Vor allem seien neue Formen der Vermischung von werblichen und redaktionellen Elementen dafür verantwortlich.

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

29 Verstöße

Insgesamt habe man 29 Verstöße festgestellt, ein Jahr zuvor waren es noch 14 Fälle gewesen. 19 Mal wurden Beanstandungen und in 10 Fällen aufsichtliche Hinweise ausgesprochen. In insgesamt 16 Fällen wurden Bußgelder verhängt.

Verstöße gegen Gewinnspielsatzung

In insgesamt drei Fällen habe man einen Verstoß gegen Rundfunkstaatsvertrag und die Gewinnspielsatzung festgestellt. Dabei ging es um Missachtung der Verbote von Täuschung und Irreführung der Zuschauer und Verletzung der Informations- und Hinweispflichten, u. a. über Spielregeln und Gewinnchancen, so die Meldung der ZAK

In zwei Fällen seien die journalistischen Grundsätze durch eine unsachliche und nicht wahrheitsgemäße Berichterstattung verletzt worden.

Verstöße gegen Trennung von Werbung und Programm

Insgesamt habe man sieben Verstöße gegen das Gebot der Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten festgestellt. So wurden Werbespots mit vermeintlich redaktionellen Tipps verbunden oder Dauerwerbesendungen bzw. Split-Screen-Werbung nicht hinreichend als Werbung gekennzeichnet.

In drei Fällen strahlten TV-Sender Schleichwerbung und in weiteren drei Fällen Sponsoring in unzulässiger Weise aus, so die Meldung weiter.

Glückspielwerbung

Zudem hat die ZAK sich auch zum Thema Glücksspielwerbung ausgesprochen. Nach wie vor sind Sportwettenangebote nach dem neuen Glücksspielstaatsvertrag vom 1. Juli 2012 seitens der Glücksspielaufsichtsbehörde der Länder noch nicht konzessioniert und die Werbung dafür noch nicht lizenziert. Zur besseren Abstimmung der aufsichtlichen Abstimmung haben die Medienanstalten in diesem Jahr mit den Obersten Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder Leitlinien zur Zusammenarbeit der Glücksspiel- und Medienaufsicht vereinbart, so die Meldung weiter.

Scripted Reality

Beim Thema Scripted Reality habe die Gremienvorsitzendenkonferenz der Medienanstalten im vergangenen Jahr gemeinsam mit den privaten Fernsehveranstaltern Leitlinien für die Kennzeichnung und deren Wahrnehmbarkeit bei eigenproduzierten Scripted-Reality-Formaten entwickelt, um für den Zuschauer mehr Transparenz hinsichtlich der nur scheinbar realen Scripted-Reality-Sendungen schaffen. Diese freiwilligen Verhaltensgrundsätze enthalten sowohl Module zur Formulierung der Kennzeichnungshinweise als auch zur Wahrnehmbarkeit hinsichtlich Platzierung und Lesbarkeit.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×