Medienrecht

ZAK beanstandet Product Placement im Dschungelcamp

Das Dschungelcamp gehört zu den großen Quotenerfolgen von RTL. Doch das Format hat gegen die Bestimmungen von Produktplatzierungen verstoßen, so die ZAK.

Die Zuschauer lieben es, wenn die Kandidaten von »Ich bin ein Star, holt mich hier raus!« bei Reis und Bohnen langsam die Nerven verlieren. Mit den sogenannten Dschungelprüfungen und Schatzsuchen können die Bewohner des Camps weitere »Luxusartikel« wie Gemüse, Fleisch oder Gewürze erspielen, um so ein wenig Abwechslung auf dem Teller zu erhalten.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Verstoß gegen Produktplatzierung

In der Folge vom 24.01.2014 hatten die Teilnehmer der Sendung eine „Prüfung“ erfolgreich absolviert und als Belohnung eine Packung „Pick Up“ von Leibniz gewonnen. Dies habe laut Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) gegen Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages zur Produktplatzierung verstoßen.

Übermäßige Hervorhebung

RTL habe mit der Form der Darstellung (Teilnehmer äußerten sich enthusiastisch dazu) die Grenze zur übermäßigen Hervorhebung des Produktes überschritten und damit gegen Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages (§ 7 Abs. 7 Satz 2 Nr. 3) verstoßen, so die Meldung der ZAK vom 14.10.2014.

Schleichwerbung, Produkt- und Themenplatzierung sind unzulässig, wenn das Produkt im Sendeverlauf zu stark herausgestellt wird. Dies sei hier der Fall gewesen.

Weitere Beanstandung für RTL

RTL handelte sich auch eine zweite Beanstandung ein. Bereits am 29. November 2013 hatt der Sender einen Werbespot für eine Helene Fischer CD ausgestrahlt, mit dem Hinweis „RTL präsentiert…“. Damit habe der Sender gegen gegen das Trennungsgebot des Rundfunkstaatsvertrages verstoßen, so die Meldung weiter.

Innerhalb eines Werbeblocks wurde ein Spot für die neu erschienene CD von Helene Fischer ausgestrahlt, am Ende des Spots sei neben der CD ein RTL-Logo abgebildet gewesen. Es sei aber anschließend keine Ausstrahlung eines Werbelogos erfolgt, so dass der Eindruck entstehen konnte, es habe sich um einen redaktionellen Tipp gehandelt, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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