Medienrecht

Werbung: ZAK beanstandet Verstöße bei RTL und Tele5

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat Verstöße gegen das Trennungsgebot und Kennzeichnung von Werbung im Programm von RTL und Tele 5 beanstandet.

RTL hatte am 10. Dezember 2015 demnach mit der Ausstrahlung eines werblichen Hinweises auf „TV Movie“ im Anschluss an einen Programmhinweis gegen das Gebot der Trennung von Programm und Werbung verstoßen.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Keine ausreichende Trennung

Die Werbung für „TV Movie“ habe nicht mehr zum Werbeblock gehört, der unmittelbar vor dem Programmhinweis gelaufen war, so die ZAK. Denn aus Zuschauersicht sei mit dem Hinweis auf einen Spielfilm der davorliegende Werbeblock aus beendet. Auch eine vorhandene animierte Blende zwischen dem Trailer für den Spielfilm und dem werblichen Hinweis erreiche keine ausreichende Trennung von Programm und Werbung, so die Meldung der ZAK.

Verstoß gegen Themenplatzierung bei Tele 5

Ferner hatte die ZAK einen Verstoß gegen das Verbot der Themenplatzierung bei Tele 5 beanstandet. Dabei ging es um die Sendung „Dit is Fußball“, die am 27. August 2016 ausgestrahlt wurde. In dieser Folge einer Comedy-Reihe rund um einen erfolglosen Fußballverein waren Angebote des produktionsauftraggebenden Energie-Unternehmens beegy kommuniziert worden. Daher sei dieser Fall als Form von „Branded Entertainment“ für das Unternehmen beegy und damit als unzulässige Themenplatzierung zu bewerten, so die ZAK.

Gegen die Sender sprach die ZAK jeweils Beanstandungen aus, um die Anbieter künftig zu einer gesetzeskonformen Programmgestaltung anzuhalten.

Schleichwerbung bei Radio Klassik

Ebenfalls hatte die ZAK einen Verstoß gegen das Schleichwerbeverbot im Radio festgestellt. Dabei ging es um den Beitrag „Erfahren Sie mit Klassik Radio die wahre Geschichte des Kefirs“ vom 22. August 2016 im Programm von Radio Klassik. Er war Teil eines Gewinnspiels, gesponsert von Müller Milch. In dem redaktionell gemachten Beitrag erwähnte eine Hörerin mehrfach den Müller-Milch-Markennamen „Kalinka Kefir“ positiv. Aufgrund der fehlenden Kennzeichnung als Werbung sei der Beitrag damit geeignet, über seine werbliche Funktion in die Irre zu führen. Darum sei dies als Schleichwerbung zu werten, so die ZAK. Gerade der Zusammenhang mit dem Kefir-Gewinnspiel, bei dem Müller nicht als Werbekunde, sondern als Sponsor auftritt, lasse die Annahme zu, dass das Kefir-Gewinnspiel als Teil einer Marketing-Kampagne zu Werbezwecken platziert worden sei. (COH)

 

Quelle: Pressemitteilung 12/2016 der ZAK

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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