Medienrecht

Medienwächter beanstanden Werbeverstöße bei ProSiebenSat.1

Im Programm von ProSieben und Sat.1 hat es erneut Werbeverstöße gegeben, beanstandet die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK).

Programm und Werbung müssen durch eine eindeutige Zäsur voneinander getrennt sein. Im Herbst vergangenen Jahres hatte ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zur Werbetrennung dies erneut bestätigt. Demnach ist die Trennung dann eindeutig, wenn sich dem durchschnittlichen, nicht übermäßig konzentrierten Zuschauer aufgrund der Gestaltung des als Zäsur eingesetzten Mittels und sonstiger Umstände der Eindruck aufdrängen muss, dass als nächstes Werbung läuft.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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GNTM: Unzulässige Produktplatzierung

Dennoch gibt es immer wieder Verstoße gegen diese Werberegelungen. So hat die ZAK beim Sender ProSieben eine unzulässige Produktplatzierung während der Sendung »Germany’s Next Topmodel« in drei Fällen festgestellt. Der Fokus habe in den beanstandeten Sequenzen nicht auf der Handlung der Show, sondern auf der Produktpräsentation und –inszenierung gelegen, heißt es in der Meldung der ZAK.

Werbeverstöße bei Newtopia

Auch bei Sat.1 haben die Medienwächter einen Werbeverstoße festgestellt. Die Ausstrahlung des Werbetrenners „Newtopia“ im Sat.1-Programm wertete die ZAK als Verstoß, da er den Anforderungen der leichten Erkennbarkeit der Werbung und deren eindeutiger Absetzung vom redaktionellen Programm nicht genügt habe. Durch die Nennung des Sendungstitels „Newtopia“ – in Verbindung mit der Einblendung und Namensnennung eines Protagonisten – und eines im Verhältnis relativ kleinen und unauffälligen Schriftzugs „Werbung“ am Bildschirmrand sei der Bezug des Trenners zum redaktionellen Programm so stark, dass eine Trennung von Werbung und Programm nicht ausreichend stattgefunden habe, so die Meldung weiter.

Werbeverstoß bei sixx

Und auch beim Sender sixx, der ebenfalls zur Senderfamilie ProSiebenSat. 1 TV Deutschland GmbH gehört, sei das Gebot der Trennung von Werbung und Programm verletzt worden. Die ZAK beanstandete dabei den Werbetrenner „Von A bis Z“ im Programm von sixx. Der maßgebliche Gesamteindruck des Spots sei durch seine Gestaltung deutlich auf das Programm von sixx ausgerichtet und nicht auf den Hinweis, dass im Anschluss Werbung erfolgt, so die Meldung weiter. Eine eindeutige Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt sei daher nicht gegeben. (COH)

 

Quelle: Pressemitteilung der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) vom 27.04.2016

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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