Medienrecht

WDR will Produzentenbericht veröffentlichen

Der WDR hat angekündigt, künftig den jährlichen Produzentenbericht veröffentlichen zu wollen.

Erst vor einigen Tagen hatte sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Rahmen des Medienforums NRW für mehr Transparenz bei der Vergabe von Auftragsproduktionen ausgesprochen und eine Veröffentlichung des bislang nur intern verwendeten Produzentenberichts gefordert.

Die Berichtspflicht über Auftrags- und Koproduktionen wurde auf Initiative des film & fernseh produzentenverband nrw e.v umgesetzt und aufgrund dessen maßgeblicher Beteiligung im WDR-Gesetz verankert. Seither gibt der WDR in einem jährlichen Produzentenbericht dem Rundfunkrat Auskunft darüber, in welchem Umfang er Aufträge an abhängige und unabhängige Produzenten vergeben hat (§ 5a (2) WDR Gesetz).

© Maria.P.-Fotolia

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Ministerpräsidentin Kraft hatte die Vorreiter-Rolle von NRW gelobt und gefordert, einen Schritt weiter zu gehen: Man müsse die Transparenz in aller Konsequenz durchsetzen und den WDR-Produzentenbericht, der bislang nur intern verwendet wird, künftig öffentlich zugänglich machen.

Zuvor datenschutzrechtliche Aspekte prüfen

Der Appell scheint sein Ziel nicht verfehlt zu haben, der WDR will den Produzentenbericht nun künftig veröffentlichen. Dafür müsse jedoch zuvor von den jeweiligen Produzenten, die in dem Bericht erwähnt werden, deren Einwilligung eingeholt werden. Ein WDR-Sprecher sagte gegenüber dem Medienmagazin dwdl.de, man müsse nun einige datenschutzrechtliche Aspekte prüfen.

Über die Frage von Transparenz durch Veröffentlichung hinaus hatte sich Kraft für faire Wettbewerbsbedingungen für unabhängige Produzenten ausgesprochen. Um dies zu erreichen, müsse es u. a. eine stärkere Überprüfung sendereigener Produktionstöchter geben. So sagte Kraft im Rahmen des Medienforums NRW: „Wir sollten uns auch fragen, ob Aufträge verstärkt ausgeschrieben werden sollten und es gilt auch, die zukünftige Rolle eigener Produktionstöchter zu prüfen, im Sinne von mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und guten Ausgangsbedingungen für alle Produzenten.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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