Medienrecht

WDR: Werbebegrenzung ruft gemischte Reaktionen hervor

Die im Zuge der Novellierung des WDR-Gesetzes ebenfalls beschlossene Werbebegrenzung beim WDR-Hörfunk hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.

Der Landtag NRW hat mehrheitlich der Novellierung des WDR-Gesetzes zugestimmt. Damit wurde auch dem Änderungsantrag zur Reduzierung der Werbung stattgegeben. So soll ab 2017 die Werbung im WDR-Radio auf täglich maximal 75 Minuten reduziert werden, ab 2019 sind dann nur noch 60 Minuten pro Tag erlaubt.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Werbebegrenzung: Reaktion VPRT

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) begrüßte die Entscheidung, die Radiowerbung des WDR stufenweise an das NDR-Modell anzupassen.

So betonte der Vorsitzende des Fachbereiches Radio und Audiodienste im VPRT Klaus Schunk:

„Mit der Verabschiedung des WDR-Gesetzes hat die NRW-Regierungskoalition eine wichtige Weichenstellung für eine bessere Ausgewogenheit im dualen System vorgenommen, die auch für andere Bundesländer richtungsweisend ist. Sie setzt damit eine langjährige VPRT-Forderung um, die mit Augenmaß die Korrektur von Fehlentwicklungen im dualen Radiosystem auf die politische Agenda gesetzt und dabei immer auch die Interessen der Gattung Radio insgesamt berücksichtigt hat. Die Zahlenspielereien des WDR und der Aufschrei der ARD-Vermarktungsgesellschaften ändert nichts daran, dass hier ein wichtiger Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im Wettbewerb von öffentlich-rechtlichen und privaten Radioveranstaltern geleistet wurde, der der Gattung Radio auch in NRW nicht schaden, sondern den Lokalfunk stabilisieren wird.“

Reaktion Buhrow

WDR-Intendant Tom Buhrow hingegen befürchtet durch die Änderung negative Auswirkungen für den WDR. So sagte er: „Ich halte dies für eine kurzsichtige Entscheidung, die ausschließlich den Interessen der Verleger und unserer kommerziellen Radio-Konkurrenten folgt. Sie geht komplett zu Lasten des WDR. Das ist ein fatales Signal für unsere WDR-Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten Jahren so hart dafür gearbeitet haben, unsere Strukturen schlanker aufzustellen.“

Der WDR ist in den letzten Jahren auf Sparkurs, die Ausgaben des Senders wurden seit Amtsbeginn von Buhrow jährlich um 60 Mio. gekürzt. Zudem werden bis zum Jahr 2020 in der Summe 500 Planstellen abgebaut. Die Werbereduzierung reiße ein zusätzliches Loch in die mittelfristige Finanzplanung des Westdeutschen Rundfunk und erzwinge weitere Kürzungen, heißt es in der Meldung des WDR weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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