Medienrecht

WDR: Rundfunkrat stimmt Programmreformen zu

 

Der WDR plant umfangreiche Programmreformen, die jedoch im Vorfeld auch zu Diskussionen führten. Jetzt hat der Rundfunkrat den geplanten Änderungen zugestimmt.

Zum Jahreswechsel 2016 soll das Sendeschema des WDR sich mehr an den veränderten Sehgewohnheiten orientieren und klarer und übersichtlicher werden. Auch wolle man das Thema Information mehr in den Fokus stellen, so die Pläne des WDR.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Weitreichende Reformen

WDR-Intendant Tom Buhrow sagte dazu: „Zwei solch weit reichende Programmreformen hat es im WDR lange nicht gegeben. Die beiden Programmdirektoren haben nun klare Strukturen geschaffen, die den Fernsehzuschauern und Radiohörern die Orientierung in den WDR-Programmen erleichtern. Gleichzeitig wird dadurch die inhaltliche Qualität gesichert und Spielraum für Innovationen geschaffen. Mit diesen Reformen hat die WDR-Geschäftsleitung ihren Kurs fortgesetzt, einerseits den WDR wieder auf eine finanziell solide Grundlage zu stellen und gleichzeitig das Programm konsequent weiter zu entwickeln.“

Intern umstritten

Beim WDR hingegen war man nicht überall von der Programmreform überzeugt, bei einigen Mitarbeitern stand sie in der Kritik. Man befürchte einen Qualitätsverlust aufgrund der geplanten Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen. Der WDR muss bis 2020 rund 500 Stellen streichen. Ab 2016 fehlen nach Angaben des WDR jährlich rund 100 Millionen Euro im Etat.

Rundfunkrat stimmt zu

Trotz kritischer Stimmen aus den eigenen Reihen hat der WDR-Rundfunkrat der Programmreform nun zugestimmt. Die WDR-Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi begrüßte die Entscheidung: „Der Rundfunkrat unterstützt mit großer Mehrheit die Programmreformen des WDR in Hörfunk und Fernsehen, weil sie einen geeigneten Rahmen schaffen, um den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag auch künftig zu erfüllen und möglichst weiter zu schärfen. Im Hörfunk unterstützt das Gremium das konsequent fortgeführte Ziel, die Markenkerne der Hörfunkprogramme weiter zu schärfen und die Wellen stärker voneinander unterscheidbar zu machen. Ein wichtiger Aspekt unserer Beratungen war außerdem, dass sowohl die regionale als auch die landespolitische Berichterstattung in der Quantität ausgebaut und in der Qualität weiterhin Bestand haben soll.“

Konkrete Änderungen

Zu den Änderungen gehört u. a. eine Verlängerung der Abendausgabe von „WDR Aktuell“ von 15 auf 25 Minuten, der neue „Info-Mittwoch“, dessen Abend ganz im Zeichen der Information steht sowie eine generelle Neuaufstellung im Bereich Integrationsberichterstattung.

Im Bereich Hörfunk will man künftig mehr auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Hörer eingehen: So sollen bei WDR 3 neben dem Angebot an klassischer Musik die genuin öffentlich-rechtlichen Angebote Hörspiel und Lesungen ausgebaut werden – sowie bei WDR 5 die Wissenschaftsformate und die Aktualität mehr Sendezeit bekommen, heißt es in der Meldung des WDR Rundfunkrates. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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