Medienrecht

VPRT fordert Werbereduktion bei ARD und ZDF

Im Zuge der Rundfunkgebührenreform kommt nun doch mehr Geld in die Kassen der öffentlich-rechtlichen Sender als erwartet. Die KEF hat bereits eine Senkung des Rundfunkbeitrags empfohlen. Für den Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) sind die erwarteten Mehreinnahmen ein Grund, die Werbung bei ARD, ZDF & Co zu senken.

Der Vorstandsvorsitzende des VPRT, Dr. Tobias Schmid, sagte, dass die laut KEF-Bericht erwartete Mehreinnahme von über einer Milliarde Euro Grund genug für eine strukturelle Entscheidung für eine Werbereduktion in den öffentlich-rechtlichen Programmen sei.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Schmid sagte laut einer Meldung des VPRT: „Den lange angekündigten Schritt zu weniger Werbung zu vollziehen würde sowohl den privaten Medien im Wettbewerb helfen, als auch das Programmprofil der öffentlich-rechtlichen Programme schärfen.“

Harmonisierung der Werbung

Schon lange plädiere der VPRT für eine Harmonisierung der Werbung bei den ARD-Radioprogrammen. Demnach sollten – analog zum NDR-Modell – die ARD-Radioprogramme nicht mehr als 60 Minuten Werbung pro Tag senden.

Einen ähnlichen Schritt könne man angesichts der Mehreinnahmen auch bei den TV-Sendern gehen, so Schmidt laut der Meldung des VPRT weiter. Und auch wenn man die Werbung reduzieren würde, ließe sich darüber hinaus eine Gebührensenkung realisieren. Damit würde auch der Empfehlung der KEF, die in diesem Thema als Orientierung für die Politik dienen soll, Rechnung getragen, so Schmidt weiter.

ARD-Gremien warnen vor frühzeitiger Senkung

Die Vorsitzenden der Rundfunk- und Verwaltungsräte der ARD sehen die Option der Beitragssenkung als möglicherweise verfrüht an.

Die GVK hat darauf verwiesen, dass die maßgeblichen Ziele der Rundfunkgebührenreform die Lastengerechtigkeit und Beitragsstabilität sind. Sollte man vorschnell handeln und die Beiträge zu früh senken, könnten diese Ziele gefährdet werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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