Medienrecht

VOX muss Trailer für Tourneen des Hundeprofis als Werbung kennzeichnen

Der Trailer für die Live-Tourneen des Hundeprofis Martin Rütter muss von VOX als Werbung gekennzeichnet werden, so das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln.

Das Verwaltungsgericht Köln hat mit dem Urteil die Klage des Fernsehsenders VOX gegen eine Beanstandung der beklagten Landesanstalt für Medien abgewiesen (Az.: 6 K 4476/14). Die Medienanstalt hatte zwei von VOX ausgestrahlte Trailer mit der Begründung beanstandet, in ihnen sei für Live-Tourneen von Martin Rütter geworben worden, ohne dies – wie im Rundfunkstaatsvertrag vorgeschrieben – als Werbung zu kennzeichnen, so die Meldung des VG Köln.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Trailer für Tourneen

VOX hatte die beanstandeten Trailer bereits 2013 und 2014 im Umfeld der von Martin Rütter moderierten Sendungen „Der V.I.P. Hundeprofi“ und „Der Hundeprofi unterwegs“ ausgestrahlt. Die ca. 15-sekündigen Trailer zeigten u. a. kurze Dialoge mit Martin Rütter, zudem war eine Telefonnummer für „Tickets und Infos“ eingeblendet. Die Medienanstalt beanstandete mit Entscheidung vom 17. Juli 2014 die mangelnde Kennzeichnung der Trailer als Werbung.

Kennzeichnungspflichtige Werbung

Die für Medienrecht zuständige 6. Kammer des Verwaltungsgerichts hat nun die dagegen gerichtete Klage des Senders VOX abgewiesen. Die Beklagte sei zu Recht davon ausgegangen, dass beide Trailer sich nicht auf kennzeichnungsfreie programmbegleitende Hinweise beschränkten, sondern in der gebotenen Gesamtwürdigung kennzeichnungspflichtige Werbung für die Tourneen von Martin Rütter seien. Dafür spreche die eingeblendete Hotline für Tickets und Infos, so die Richter.

Trailer nicht im Werbeblock ausgestrahlt

Das Gericht wies auch darauf hin, dass die Trailer nicht innerhalb eines Werbeblocks ausgestrahlt worden seien. Für den durchschnittlichen Zuschauer sei der Werbeblock jeweils nach den Programmhinweisen auf weitere VOX-Sendungen und mit Einblendung des Senderlogos beendet gewesen. Die Klägerin könne sich auch nicht darauf berufen, Ausstrahlungen anderer Sender seien möglicherweise ebenfalls nicht hinreichend als Werbung gekennzeichnet worden. (COH)

 

Quelle: Pressemitteilungen des Verwaltungsgerichts Köln vom 31.03.2016

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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