Medienrecht

Videostreit: Verlegerklage gegen Bayerischen Fußball-Verband zurückgewiesen

Der Bayerische Fußball-Verband hat sich im Streit um die Videoberichterstattung von Amateur-Spielen gegen die Bayerischen Zeitungsverleger durchgesetzt.

Das Landgericht München hatte die Klage der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) und weiterer Verlage gegen einzelne, die Video-Akkreditierungsrichtlinien für Medien betreffende Passagen der Zulassungsunterlagen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) für die Bayern- und Landesliga abgewiesen. Demnach sind die erhobenen Lizenzgebühren für die Spiele rechtens. So werden in der Regionalliga Bayern, 1000 Euro, in der Bayernliga 500 Euro und in der Landesliga 250 Euro pro Spiel fällig.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Die Richter bestätigten damit im Hauptsacheverfahren erneut die Rechtsposition des BFV. Im vergangenen Jahr hatte bereits das Landgericht dem Fußballverband Recht gegeben.

„Amateur-Spitzenfussball hat einen Wert“

In einer Pressemitteilung des BFV betonte daraufhin der BFV-Präsident Rainer Koch: „Nicht nur die drei Bundesligen, sondern auch der Amateur-Spitzenfußball hat einen Wert und der steht den Vereinen zu. Mögliche Gelder schüttet der BFV gemäß seinen Regularien zu 90 Prozent wieder an die Klubs aus.“

Alternative Möglichkeit

Neben der Zahlung eines Entgelts für die Videorechte in den bayerischen Verbandsligen bieten der BFV und die Vereine den Medien eine Alternative an. Diese können auch ohne Gebühr filmen und ihre Bilder kommerziell verwerten wenn sie ihre Berichte im Gegenzug auch dem gemeinsamen Videoportal des BFV zur Verfügung stellen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Bereits 15 Medien würden in der Saison 2016/2017 diese Option nutzen.

„Hartplatzhelden-Urteil“

Im sogenannten „Hartplatzhelden-Urteil“ hatte der Bundesgerichtshof im Oktober 2010 festgehalten, dass sich ein Verband wie der BFV über das Hausrecht eine Verwertung für seine Videoportale sichern kann. Filmaufnahmen können so unterbunden oder nur gegen Entgelt zugelassen werden, so die Meldung weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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