Medienrecht

Verlage müssen vorerst nicht für Fußballvideos zahlen

Im Streit um die Videoberichte vom Amateur-Fußball haben die Bayrischen Zeitungsverlage vor Gericht einen ersten Erfolg erzielen können.

Das Landgericht München I hat eine Einstweilige Verfügung gegen den Bayerischen Fußballverband (BFV) erlassen. Der Bayerischen Fußballverband (BFV) hatte Gebühren in Höhe von 500 Euro für die Videoausstrahlungen von Fußballspielen gefordert bzw. sollten die Verlage ersatzweise die Bewegtbilder der Amateurspiele kostenlos der Verbandsplattform bfv.tv überlassen.

© svort Fotolia

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Dagegen hatte der Mittelbayerische Verlag zusammen mit dem Nordbayerischen Kurier, der Mediengruppe Oberfranken sowie der Main-Post aus Würzburg offiziell Beschwerde bei der Bayerischen Landeskartell-Behörde eingelegt. Die Richter haben die bisherige Praxis des BFV mit sofortiger Wirkung untersagt (Az 17 HK O 7308/15).

Der Erste Vorsitzende des VBZV Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) Andreas Scherer hatte die Praxis des BFV zuvor stark kritisiert. Es sei nicht akzeptabel, dass ein gemeinnütziger Verband, dessen satzungsgemäßer Zweck die Förderung und Verbreitung des Fußballsports sei, die Verlage in ihrer Berichterstattung beschränke, so Scherer laut einer Meldung des VBZV.

Der BFV verlangte für Spiele der höchsten bayerischen Amateurligen eine Lizenz von den Verlagen, wenn ihre Journalisten am Spielfeldrand Filmaufnahmen machen wollten. Ab der kommenden Saison sollten sich die Vereine der Bayern- und der Landesliga in einem neuen Zulassungsverfahren sogar verpflichten, Medienvertreter auszusperren, wenn sie keine Lizenz des BFV vorweisen können. „Das ist ein Frontalangriff auf die Pressefreiheit“, betonte Scherer im Vorfeld der Entscheidung des Gerichts.

Der BFV hat bereits erklärt, Widerspruch gegen die Entscheidung der Richter einlegen zu wollen. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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