Medienrecht

Verband der deutschen Filmkritik: FFG-Urteil bringt Verantwortung mit sich

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Rechtmäßigkeit der Filmabgabe stößt weitestgehend auf positive Resonanz. Auch der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) hat das Karlsruher Urteil begrüßt. Jedoch bringe das Urteil auch Verantwortung mit sich. 

Frédéric Jaeger, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des VdFk, betonte: „Das Urteil ist ein Befreiungsschlag für das deutsche Kino. Solidarität ist gerade in Kulturfragen ein wichtiger Maßstab. Es kann nicht sein, dass sich wenige reiche und mächtige Unternehmen aus der Solidargemeinschaft des Kinos verabschieden.“

 © Africa Studio - Fotolia.com

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Urteil darf nicht von Missständen ablenken

Allerdings dürfe das Urteil der Richter nicht von den vorhandenen Missständen ablenken, heißt es in der Meldung des VdFk weiter. Es müsse über eine Reform des FFG diskutiert werden.

Jaeger: „Es muss allen bewusst sein, dass wir uns nach der uneingeschränkten Zurückweisung der von einigen Kinobetreibern erhobenen Verfassungsbeschwerden nun den Schwächen der Filmförderung zuwenden können und sollten. Der VdFk teilt die Ansicht anderer Verbände, dass das FFG dringend einer Modernisierung bedarf. Das Karlsruher Urteil hat dazu nun eine Basis gelegt und Rahmenbedingungen definiert. Auch für die Länderförderungen sollten sich Konsequenzen ergeben. In Kulturfragen dürfen sie sich nicht gegenseitig als Konkurrenz betrachten. Sie stehen in der Verantwortung, gemeinsam mit dem Bund, die Kulturförderung nicht weiter vorrangig unter die Fittiche von zu kurz greifenden wirtschaftlichen Vorgaben wie Standortfaktoren und Auswertungskalkül zu stellen.“

Online-Verbreitung von Filmen

Auch müssten Unternehmen, die mit Online-Verbreitung von Filmen Geld verdienen, ebenfalls zur Filmabgabe verpflichtet werden, so die Forderung des VdFk. Darüber hinaus müssen die Position der Autoren und Regisseure gestärkt werden, so die Meldung weiter. Gleiches gelte auch für die Position der Produktionsunternehmen gegenüber den Verwertern.

Zudem müsse der Gesetzgeber die Unabhängigkeit des Kinos gegenüber der Einflussnahme des Fernsehens auf allen Ebenen sichern. Generell sollte ein neues Filmfördergesetz eine stärkere kulturelle Ausrichtung haben, so die Meldung weiter. Die kulturelle Qualität und der künstlerische Erfolg der Filme sei ein wichtigerer Maßstab, als kurzfristige wirtschaftliche Rendite. Die Stützung von Innovation müsse dezidiert experimentelle Ansätze zulassen. Der VdFk stimme der Einschätzung der Karlsruher Richter ausdrücklich zu, dass es: „in der Natur kreativer und künstlerischer Werke [liegt], dass sie gerade nicht ausschließlich nach eingefahrenen, vorgegebenen Mustern produziert sind“. Man freue sich über ein solches klares Bekenntnis zu Kunst, Avantgarde und Experiment, welches man sich auch von den Verantwortlichen der Förderung wünsche, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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