Medienrecht

Veranstalter setzen auf mobile Payment

Im Musik- und Eventbereich gehen immer mehr Veranstalter dazu über, den Besuchern nur noch das bargeldlose Bezahlen zum Kauf von Getränke oder Speisen, zu ermöglichen. In der König Pilsener Arena beispielsweise ist ab September 2015 die Bezahlung nur noch über eine App möglich, die direkt mit dem Bankkonto der Besucher verbunden ist. Noch sind viele Kunden skeptisch, wenn es darum geht per Smartphone zu bezahlen. Es werden datenschutzrechtliche Bedenken angebracht.

Einwilligung in Nutzung der Daten zwingend notwendig

Tatsächlich sind aus datenschutzrechtlicher Sicht einige Aspekte zu beachten. So werden beim Bezahlvorgang beispielsweise personenbezogene Daten erhoben. Nach dem Bundesdatenschutzgesetz ist die Erhebung personenbezogener Daten jedoch nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen rechtmäßig.

Erhebung nur zu bestimmten Zwecken

Darüber hinaus dürfen nur solche Daten erhoben werden, die für den Zahlungsvorgang erforderlich sind. Viele Dienstanbieter werben jedoch mit individuellen Kampagnen, Gutscheinen und Bonussystemen. Hier ist nicht nur eine ausführliche Nutzerinformation noch vor der Registrierung notwendig, sondern es bedarf auch einer entsprechenden separaten Einwilligung.

Um einer Haftung zu entgehen sind die Anbieter zudem verpflichtet, stets die aktuellen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.

Noch ist das mobile Bezahlen eher selten anzutreffen. Große Veranstalter machen es vor und nutzen die schnelle und bequeme Möglichkeit der Bezahlung per App. Die sich dabei stellenden Fragen der Datensicherheit sind für die Zukunft des Zahlungsverkehrs essenziell. Allerdings steht hier vor allem der Gesetzgeber in der Verantwortung, einheitliche Regelungen aufzustellen, die den Verbraucher vor verschleierten Werbetaktiken und undurchsichtigen Haftungsfragen schützen. (JEB)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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