Medienrecht

Urteil gegen Kunstberater Achenbach aus formalen Gründen aufgehoben

Das Oberlandesgericht Düsseldorf (Urteil vom 07.04.2016, Az. I-8 U 32/15) hat ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf gegen Helge Achenbach aufgehoben. Das Verfahren gegen den in Haft sitzenden Kunstberater wurde aus formalen Gründen wieder an das Landgericht zurück verwiesen.

Urteil gegen Kunstberater Achenbach aus formalen Gründen aufgehoben ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Helge Achenbach und seine zweifelhaften Geschäfte

Kunstberater Helge Achenbach steht seit längerer Zeit im medialen Rampenlicht. Lange Jahre war er persönlicher Freund des mittlerweile verstorbenen Aldi-Erbens Berthold Albrecht. Achenbach und seine Unternehmen verkauften Familie Albrecht Kunst und Wertgegenstände in Millionenhöhe. Insgesamt soll es bei dem Verkauf von 21 Kunstwerken und Oldtimern zu betrügerischen Handlungen gekommen sein.

Gefälschte Rechnungen und höhere Provisionen

Er wurde 2015 vom Landgericht Düsseldorf wegen Betrugs verurteilt und für sechs Jahre ins Gefängnis geschickt. Darüber hinaus verurteilte ihn das Gericht zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von knapp 19 Millionen Euro. Vorgeworfen wird ihm, Rechnungen gefälscht und höhere Verkaufsprovisionen von Familie Albrecht verlangt zu haben.

Urteil aus formalen Gründen aufgehoben

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat das Urteil des Landgerichts Düsseldorf nun aus formalen Gründen aufgehoben. Vor dem Landgericht Düsseldorf verklagt wurden sowohl Helge Achenbach persönlich, als auch zwei seiner Unternehmen. Das Landgericht verurteilte jedoch nur ihn und nicht seine zwei Firmen. Das Oberlandesgericht stufte dies als „unzulässiges Teilurteil“ ein. Nach Ansicht des Gerichts bestehe die Gefahr, dass in der gleichen Rechtsstreitigkeit widersprüchliche Urteile gefällt werden könnten. Das Landgericht Düsseldorf wird daher erneut über den Sachverhalt entscheiden müssen.

Achenbach größtenteils insolvent

Ihm wird dieser juristische Teilerfolg nur wenig helfen. Nicht zu erwarten ist, dass die erneute Verhandlung vor dem Landgericht ein anderes juristisches Ende findet. Seine Firmen sind mittlerweile mehrheitlich insolvent. Insgesamt fordern über 100 Gläubiger den Ausgleich von Forderungen in Höhe von 50 Millionen Euro. Zweifelhaft, ob er jemals in der Lage sein wird, alle Gläubiger zu befriedigen. (NIH)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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