Medienrecht

„Unsere Erde“ vor Gericht

Der sensationelle Erfolg der Dokumentation „Unsere Erde“ kam auch für die Macher des Films etwas überraschend. Allein in Deutschland lockte die Naturdoku 4 Millionen Menschen ins Kino, das entspricht Einnahmen von rund 22 Millionen Euro. Die Erlöse der Fernseh- und DVD-Auswertung kommen noch hinzu.

Marketingkampagne war ein „Desaster“

Nun haben die Produzenten des Films, die britische BBC und Greenlight Media, Klage beim Münchener Landgericht gegen den Rechteinhaber Universum Film erhoben. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Produzenten fordern 6,3 Millionen Euro Nachzahlung aus den bisherigen Einnahmen und wollen eine neue Verteilung künftiger Erlöse einklagen. Zudem werfen die Produzenten Universum Film vor, bei der PR-Kampagne für den Film „mangelhafte Leistungen“ erbracht zu haben und auch generell sei die Marketingkampagne ein „Desaster“ gewesen, zitiert die Süddeutsche Zeitung die Kläger.

Das Gesicht wahren

Die zur RTL-Mediengruppe gehörende Universum Film war im Vorfeld von den Produzenten mit Verleih, Vertrieb und Abrechnung der Dokumentation beauftragt worden. Zudem gab es ein Budget von 800.000 Euro für die Organisation einer Marketingkampagne. Ausserdem verpflichtete sich Universum, mit dem Film mindestens 1,4 Millionen Euro umzusetzen, wofür sie im Gegenzug zwischen 50-85% des Erlöses aus dem deutschsprachigen Raum erhalten sollte, so der Bericht weiter.

Angesichts des Kassenerfolges waren die Richter erstaunt über die angeblich schlechte Planung im Vorfeld. Martin Scholz, Vorsitzender und in diesem Fall Einzelrichter der 14. Handelskammer, forderte beide Parteien auf, das Gesicht zu wahren und auch an die Zusammenarbeit bei künftigen Projekten zu denken. „Man begegnet sich auf dem eher engen Filmmarkt doch immer wieder denn es gibt nicht so viele so große Verleiher“ so Scholz. Vor allem, da bestehende Verträge nämlich auch nicht gekündigt werden sollen, so die SZ.

Der Urteilsspruch wird am 11. November erwartet. Laut SZ könne, nach dem Verlauf der mündlichen Verhandlungen, die Universum „die besseren Karten haben“.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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