Medienrecht

Udo Walz muss seine Namensnennung in einem Bild-Artikel über seine Angestellten hinnehmen

Der Promi Frisör Udo Walz hatte bis zum BGH auf Unterlassung seiner Namensnennung in einem Bild Artikel in Zusammenhang mit seinem ehemaligen Angestellten und Mitglied der Hells Angels  geklagt und unterlag deren Urteil (Az.: VI ZR 286/13).

 

Udo Walz muss seine Namensnennung in einem Bild-Artikel über seine Angestellten hinnehmen©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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In dem besagten Bild Artikel mit der Überschrift: „Filialleiter von Udo Walz mit „Hells Angels“ verhaftet“ hieß es: „Als Filialleiter bei Promi-Friseur Udo Walz (67) frisiert Benjamin S. (26) die Reichen und Schönen. Jetzt verhaftete das SEK den Kudamm-Geschäftsführer, einen Freund (29) und zwei „Hells Angels“-Rocker (25, 29)! Der Vorwurf: versuchte schwere räuberische Erpressung. Was hat der Figaro bloß mit den Rockern zu tun?“

Udo Walz hielt die Berichterstattung für unzulässig und klagte. Das Kammergericht Berlin gab Udo Walz Recht und nahm eine Persönlichkeitsverletzung des Friseurs an. Der BGH folgte jedoch nicht deren Entscheidung, verneinte eine Persönlichkeitsverletzung und gab der Berufung statt.

Nach Ansicht des BGH schützt das allgemeine Persönlichkeitsrecht nicht davor namentlich in den Medien genannt zu werden. Der Senat war zwar der Ansicht, dass die Geschäftsehre des Friseurs betroffen ist und grundsätzlich auch das Recht selbst über die Verwendung seiner persönlichen Daten zu entscheiden. Jedoch müsse zwischen dem Persönlichkeitsrecht und den Interessen des Friseurs und dem Recht der Bild-Zeitung auf Meinungs- und Medienfreiheit abgewogen werden.

Die angegriffene Berichterstattung wahrer Tatsachen belaste den Kläger nur in seiner Sozialsphäre und auch hier nur in geringem Maße so der BGH. Insbesondere drohten durch die Namensnennung weder soziale Ausgrenzung noch Stigmatisierung oder Prangerwirkung. In dem angegriffenen Artikel werde in keiner Weise behauptet, der Kläger sei in das möglicherweise strafrechtlich relevante Geschehen in irgendeiner Weise involviert gewesen. Auch der Umstand, wonach der Kläger von Kunden auf die im Artikel thematisierten Vorgänge angesprochen worden sei, ginge über eine bloße Unannehmlichkeit nicht hinaus. Anders wäre dies bei unwahren Tatsachenbehauptungen. Einen wirtschaftlichen Nachteil hatte Udo Walz ebenfalls nicht.

Ebenfalls sei die Tatsache, dass über die Festnahme des Angestellten auch ohne die Nennung des Namens Friseurs hätte berichtet werden können, führe zu keinem anderen Ergebnis. Es gehöre zum Kern der Meinungs- und Medienfreiheit, dass im Grundsatz nach die Medien selbst ihren eigenen publizistischen Kriterien nach entscheiden können, was sie des öffentlichen Interesses wert halten und was nicht.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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