Medienrecht

TV-Verbot von „Ultimate Fighting“ rechtswidrig

Das Verbot von Ausstrahlungen von Ultimate Fighting Sendungen ist rechtswidrig, so die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München.

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hatte im März 2010 ein Ausstrahlungsverbot für Sendungen der umstrittenen Ultimate-Fighting-Shows ausgesprochen. Das Verwaltungsgericht München hat nun die Verbotsverfügung der BLM aufgehoben (AZ.: M17K10.1438, Urteil vom 9. Oktober 2014).

© Martin Schumann - Fotolia.com

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BLM: Verstoß gegen Bayerische Verfassung

Die BLM hatte damals das Format durch die Massivität der gezeigten Gewalt als nicht akzeptabel eingestuft. Die stattfindenden Tabubrüche, wie das Einschlagen auf einen am Boden liegenden Gegner, würden dem Leitbild eines öffentlich-rechtlich getragenen Rundfunks nach Art. 111a der Bayerischen Verfassung widersprechen, in dem u.a. gegenseitige Achtung (Art. 111a Abs.1 Satz 5) und das Verbot der Verherrlichung von Gewalt (Art. 111a Abs. 1 Satz 6) vorgegeben sind, so die BLM damals.

UFC grundsätzlich ausstrahlungsfähig

Das Gericht entschied nun, dass die UFC-Formate grundsätzlich ausstrahlungsfähige seien. Ein Verstoß gegen das Sittlichkeitsgefühl bzw. eine jugendgefährdende Wirkung habe man nicht feststellen können. Vielmehr halte das Gericht die Einstufung der Mixed Martial Arts als Sport für nachvollziehbar, so die Meldung des UFC-Verbandes. Das ausgesprochene Verbot sei unverhältnismäßig. Die BLM habe nicht die Befugnis, ein lediglich aus ihrer Sicht unerwünschtes Programm zu verbieten.

Garry Cook, Chief Global Brand Officer der UFC, sagte dazu: „Das Gericht hat bestätigt, dass es rechtswidrig war, unsere Sendeformate zu untersagen. Wir haben immer an den deutschen Markt geglaubt und uns dafür verantwortlich gefühlt, den Sport auszubauen und die Nachfrage zu bedienen – deshalb haben wir gegen diesen Beschluss gekämpft.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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