Medienrecht

SWR-Film „Rommel“: Nachfahren üben Kritik

Nachdem der SWR den Drehstart für sein koproduziertes Biopic über den General Erwin Rommel bekannt gegeben hat, melden sich nun dessen Nachfahren zu Wort. Für die Angehörigen sei der Wandel ihres Vorfahren vom Nazi zum Nazi-Gegner nicht ausreichend herausgearbeitet worden.

Nach Informationen des Spiegels hat sich Manfred Rommel (82), der Sohn des Generalfeldmarschalls und langjähriger Stuttgarter Oberbürgermeister in einem Brief an den SWR-Intendant Peter Boudgoust gewandt: Darin beschwert er sich, dass in „jeder Ankündigung des Films in den diesbezüglichen TV-Illustrierten zu lesen“ sei, „dass der Filmheld aufreißerisch als ein Günstling, Emporkömmling und Nazi-Verbrecher tituliert“ werde. „Das sind Lügen“, heißt es in dem Brief nach Angaben des Spiegels.

Weiter schreibt Rommel: „Ja, er schätzte Hitler am Anfang, weil dieser ein Freund der Armee war, aber die gegenseitige Wertschätzung fand ein jähes Ende mit dem ‚Sieg oder Tod!‘-Befehl Hitlers vor El Alamein, als Rommel eigenmächtig den Rückzug antrat und vielen das Leben rettete.“

Das Drehbuch zu „Rommel“ (AT) schrieb Niki Stein, der auch bei dem Film Regie führt. Nach Angaben des SWR basiert das Drehbuch auf historische Quellen und Studien und konzentriert sich auf die letzten sieben Monate im Leben Erwin Rommels. Nach Aussage des Regisseurs steht im Mittelpunkt „der eigentliche Konflikt des Menschen Erwin Rommel, der quasi stellvertretend für eine ganze Nation steht: Nämlich das allmähliche und (zu) späte Erkennen, dass der, dem man leidenschaftlich gedient hat, ein Verbrecher ist.“

Der Sender habe bereits Kontakt mit der Familie aufgenommen, so der SWR. Dass die familiäre Sicht mit der geschichtlichen Einschätzung bekannter Personen nicht immer übereinstimme, sei normal, doch man versuche, sich mit der Familie an eine gemeinsame Sicht zu nähern. Bereits in der Entwicklungsphase des Projekts hatten sich Manfred Rommels Tochter Catherine mit Produzent Nico Hofmann sowie der SWR-Fernsehfilmchefin Christine Strobl zu Gesprächen getroffen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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