Medienrecht

Start von ARD & ZDF Online-Videothek verzögert

„Germany’s Gold“ – so lautet der Arbeitstitel der geplanten Video-on-Demand Plattform von ARD und ZDF. Qualitätsinhalte aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte sollen dort abrufbar sein, so ZDF Intendant Markus Schächter im Frühjahr dieses Jahres. Der Start des Projekts wird sich nun verzögern, zumindest ist es immer noch nicht beim Bundeskartellamt eingereicht worden.

Ursprünglich sollte das Projekt bis Ende Juni beim Bundeskartellamt angemeldet werden, doch das ist nicht geschehen. Gegenüber dem Branchendienst „Kontakter“ sagte Stephan Adrian, Geschäftsführer von ZDF Enterprises: „Die ursprünglichen Pläne darf man nicht in Stein gemeißelt sehen.“

Der Antrag soll nun Anfang September gestellt werden, so Adrian weiter. Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Kartellamt den Antrag ablehnt, da ARD und ZDF auf dem deutschen Fernsehwerbemarkt zusammen nur einen Marktanteil von etwas mehr als fünf Prozent erreichen. Anfang des Jahres hatte das Bundeskartellamt einer von RTL und ProSiebenSat1 geplanten Videoplattform nach dem US-Vorbild Hulu eine Absage erteilt. Begründet wurde dies mit einem Verweis auf die marktbeherrschende Stellung der Unternehmen.

Momentan ist ein Start von Germany’s Gold für Mitte 2012 geplant. Nach Spekulationen des „Kontakters“ könnte die Suche nach weiteren Partnern ein Grund für die Verzögerung sein. Allerdings gab es kein Kommentar von ARD und ZDF, ob auch mit Privatsendern verhandelt werde.

Die Kosten der Online-Videothek sollen sich auf eine siebenstellige Summe belaufen, betreut wird das Projekt von ZDF Enterprises und WDR Mediagoup, die sich als kommerzielle Töchter von ARD und ZDF gemäß des Rundfunkstaatsvertrages um privatwirtschaftliche Aktivitäten kümmern dürfen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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