Medienrecht

Staatsfernsehen? „Ramelow & Co“ sorgt für Kritik

Mit seinem Sendeformat „Ramelow & Co“ sucht der neue Ministerpräsident Thürigens, Bodo Ramelow, Nähe zu seinen Wählern. Doch stattdessen findet er Ärger mit der Koalition.

Ramelow sendet ab sofort regelmäßig auf dem Regionalsender Salve TV, dabei soll er direkt zu seinen Zuschauern sprechen. In „Ramelow & Co“, einer Rubrik der Sendung „Thüringer Politik TV“, soll er als Ministerpräsident die letzten politischen Ereignisse zusammenfassen und reflektieren. Dabei spricht direkt in die Kamera, so das Konzept der Sendung. Ausgestrahlt werden soll das Format alle 14 Tage.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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SPD: „Das ist wie Staatsfernsehen“

Doch bei den anderen Parteien regt sich Widerstand. „Das ist wie Staatsfernsehen, das geht so nicht“, sagte der Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Lemme gegenüber der Thüringer Allgemeinen.

Madeleine Henfling, Mitglied der Grünen und der Landesmedienanstalt sagte dazu: „Das ist nicht gut. Das widerspricht der Neutralität, die auch ein solcher Fernsehsender haben muss.“

Reaktion Thüringer Landesmedienanstalt

Die Thüringer Landesmedienanstalt betonte bei einer Versammlung, dass politische Berichterstattung ein wichtiger Bestandteil auch in lokalen Fernsehprogrammen sei und die Thüringer Rundfunkveranstalter insgesamt eine wichtige Rolle bei der Informationsvermittlung und Meinungsbildung innehaben.

Allerdings mahnten die Mitglieder in Bezug auf die derzeit laufende, emotionsgeladene Diskussion mit Blick auf die vom Direktor angekündigte medienrechtliche Prüfung und seine abschließende Bewertung der Rubrik „Ramelow & Co.“ Ruhe und besonnenes Vorgehen an, so die Meldung der TLM.

Klaus-Dieter Böhm, Hauptgesellschafter von Salve-TV betonte, dass man mit dem Video-Tagebuch Politik „tranparent“ machen wolle.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (1)

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  1. Warum denn diese Aufregung auf einmal?
    Bodo Ramelow macht – was alle Sender machnen. Er macht es
    öffentlich,ein bißchen professioneller,direktes Staatsfern-
    sehen.Sofort als Kabelkanal – „Bundesweit“ zulassen für
    Jedermann.
    Alle wollen die direkte Demokratie-auch Bodo Ramelow.
    Nun legt er los – was ist denn schon dabei!
    Unsere Mutti „Erika“ macht das auch nicht anders!!!
    Es lebe die direkte Demokratie-Hurra!
    „Ein Hoch auf Bodo Ramelow“ „Ein Hoch auf die Koalition“
    „Ein Hoch auf das rot-grüne Thüringen“

    Thüringen ist ein schönes Land,
    das macht der Bodo jetzt bekannt,
    das muß ein jeder doch verstehn,
    einfach einschalten und Fernsehen.

    Und falls den Bodo noch keiner kennt,
    dann hat er einfach nur gepennt,
    Staatsfersehen mit Ramelow & Co,
    das gibt es auch schon anderswo.

    Erst kam von Bodo der erste Streich,
    dann folgte der zweite auch sogleich,
    und Nummer drei – kann man ja sehen,
    noch ein Sender …. Staatsfersehen!

    Allzeit gute Sicht!

    Bernd Stempel

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