Medienrecht

SPIO gegen Aufhebung der 7-Tage-Regelung bei Mediatheken

Die momentan erneut lebendig diskutierte Frage nach einer Aufhebung der 7-Tage-Regelung für die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten stößt bei der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) auf Widerstand.

Die SPIO befürchtet, dass die Aufhebung der Depublikationspflicht die Kinofilmproduktion in Deutschland gefährden könne, so die Meldung der Organisation. So betonte Manuela Stehr, Präsidentin der SPIO: „Werden nicht zu 100% vom Sender finanzierte Produktionen zeitlich unbegrenzt in den Mediatheken zum Abruf angeboten, wird die wirtschaftliche Auswertung von Filmen nicht nur im Online-Bereich unmöglich. Der unbegrenzte Abruf über Mediatheken greift ebenso massiv in die Kino- und DVD-Auswertung ein.“

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Nicht in Konkurrenz mit VoD-Angeboten treten

Das Mediathekenangebot von ARD und ZDF dürfe insofern nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Abruf- und Video-on-Demand Angeboten treten, heißt es in der Meldung der SPIO weiter.

Refinanzierung von Kinofilmen

Denn gerade im Bereich der Finanzierung bzw. Refinanzierung von Kinofilmen seien die Produzenten auf die kommerzielle Auswertung angewiesen. Der Erwerb von Senderechten an Kinofilmen durch die öffentlich-rechtlichen Sender decke dabei nur einen geringen Teil.

So haben die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten 2012 nach Erhebungen des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) lediglich 14% zu den Finanzierungskosten deutscher Kinofilme beigetragen, so die Meldung weiter.

Aufhebung der Regelung?

Vor einigen Tagen hatten die Bundesländer angekündigt, über eine Aufhebung der 7-Tage-Regelung nachdenken zu wollen. Doch dieser Vorschläg stößt eben auch auf Kritik.

Kritik auch vom VPRT

So befürchtet auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), dass eine Aufhebung der Regelung den fairen Wettbewerb zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sender gefährde. So heißt es in einem neuen Positionspapier des VPRT: “Am Grundsatz der 7‐Tage‐Frist sowie der Auswertungsbeschränkungen im Netz z. B. bei Lizenzproduktionen und beim Sport sollte festgehalten werden, da schon heute Ausnahmebestimmungen (über Verweildauerkonzepte) nicht ausgeschöpft werden.”

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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