Medienrecht

Schleichwerbung und zweifelhafte Eigenwerbung: DRPR rügt Agenturen

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat zwei Agenturen wegen versuchter Produktplatzierung und einem Jobangebot für Diebe gerügt.

Eine Rüge erhielt die Berliner Agentur Platoon. Diese hatte versucht, redaktionelle Beiträge durch Bezahlung von Bloggern zu platzieren. Ein freier Mitarbeiter der Agentur, die gerade den TV-Sender Arte als Neukunden gewinnen wollte, hatte einen bloggenden TV-Kritiker angeschrieben. Dieser sollte einen Bericht über die neue Serie „Real Humans“, die auf Arte laufen sollte, veröffentlichen. Man habe dafür ein Budget von 250 € eingeplant, es könnten auch größere Projekte im Anschluss daran folgen, hieß es in dem Angebot laut der Meldung des DRPR. Der Medienkritiker hatte daraufhin dieses Angebot auf seinem Blog veröffentlicht.

 ©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Trennung von PR-Arbeit und Werbung

Der DRPR rügte dieses Vorgehen, da PR-Arbeit und Werbung klar voneinander getrennt werden müssen. Zahlungen für redaktionelle Veröffentlichungen verstoßen gegen mehrere Normen in PR-Kodizes, bspw. gegen Art. 1 des Deutschen Kommunikationskodex sowie gegen die DRPR Richtlinie zur Schleichwerbung, so die Meldung weiter.

„Keksklau“

Im zweiten Fall wurde die Agentur Flaechenbrand aus Wiesbaden gerügt. Diese hatte sich im Zuge des „Keksklaus“, bei dem dem Unternehmen Bahlsen ein goldener Messing-Keks vom Firmensitz des Keksherstellers in Hannover gestohlen wurde, die Medienaufmerksamkeit zunutze machen wollen. Nach der Veröffentlichung eines anonymen Bekennerbriefes hatte die Agentur dem anonymen Dieb öffentlichkeitswirksam eine Stelle als PR-Berater angeboten.

Der DRPR rügte dieses Vorgehen, da die Agentur mit zweifelhaften Methoden Eigenwerbung betrieben und als „Trittbrettfahrer“ versucht habe, das Medieninteresse an einer kriminellen Handlung zu nutzen, so die Meldung weiter. Das öffentliche Anwerben von PR-Fachkräften, die in Straftaten verwickelt sind, verstoße gegen Art. 12 des Deutschen Kommunikationskodex und gegen Art. 18 und Art. 19 des Code de Lisbonne, so der DRPR.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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