Medienrecht

Schleichwerbung: Siegel muss ESC-Song umtexten

Der Komponist Ralph Siegel ist ein Urgestein des Eurovision Song Contest (ESC). 1982 holte die Sängerin Nicole mit seiner Komposition „Ein bisschen Frieden“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson, wie der Song Contest damals noch hieß, zum ersten Mal nach Deutschland.

Nach einigen weniger erfolgreichen Teilnahmen für Deutschland komponiert Siegel seit einiger Zeit auch für andere Länder, dieses Jahr wird er für San Marino an den Start gehen. Doch sein Song „Facebook Uh, Oh, Oh“ verstößt gegen die Wettbewerbsregeln des ESC. Nach Punkt 1.2.2.g sind keine Beiträge erlaubt, die kommerzielle Botschaften – in jeglicher Art – beinhalten.

Nach Ansicht des ESC-Gremiums verstoße der Text des Liedes genau gegen jenen Absatz der Regeln. Aufgrund der Häufigkeit des Wortes in den Lyrics und im Titel habe der Song eine Werbebotschaft. Siegel müsse nun den Text verändern, ansonsten müsse San Marino ein neues Lied einreichen. Nach Angaben von Bild.de hat aber Siegel bereits zugesagt, die Textstellen zu verändern, man habe ein „friedliches Einverständnis“ getroffen.

Von Werbung im eigentlichen Sinne kann man aber nicht wirklich sprechen, in seinem Song übt Siegel Kritik an der – nach seiner Ansicht – Übersexualisierung und Anonymität des sozialen Netzwerkes. Das Lied sei als Parodie gedacht gewesen, schrieb der staatliche TV-Sender von San Marino auf seiner Webseite. Nach Angaben des Hamburger Abendblatts habe Siegel sich im Vorfeld juristisch beraten lassen, ob der Song den Regeln entspreche, einen Verstoß habe im Vorfeld niemand gesehen.

Für Siegel ist es die 20. Teilnahme an einem Grand Prix. Allerdings muss sich San Marino noch im Halbfinale für das große Finale am 26. Mai 2012 in Baku qualifizieren.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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