Medienrecht

Rundfunkbeiträge: ARD legt Verwendung der Gelder offen

Im Rahmen ihrer Transparenzoffensive hat die ARD nun eine Übersicht veröffentlicht, für welche Kosten der Rundfunkbeitrag der Zuschauer eingesetzt wird. 

Seit 2013 gilt der neue Rundfunkbeitrag, jeder Haushalt muss monatlich 17,98 Euro zahlen. Die ARD erhält davon 12,81 Euro, das ZDF, das Deutschlandradio sowie die Landesmedienanstalten bekommen zusammen 5,17 Euro, so die Angaben der ARD. Das ZDF erhält im Einzelnen 4,37 Euro, Deutschlandradio 0,46 Euro und die Landesmedienanstalten 0,34 Euro.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Mit den 12,81 Euro produzieren die ARD-Sender ein regionales Programmangebot für Hörfunk und Fernsehen, das nationale Erste Deutsche Fernsehen, tagesschau24, EinsPlus, Einsfestival, anteilig PHOENIX, KiKA, ARTE und 3sat sowie die Onlineangebote.

3,15 Euro, und somit der größte Posten, gehen dabei an die Dritten Programme, 3,04 Euro gehen an Das Erste, 2,31 Euro gehen an den Rundfunk. Die häufig kritisierten Digitalprogramme bekommen eine finanzielle Zuwendung von 0,06 Euro.

15 Cent für Tatort

Doch die ARD wird bei ihrer offenen Rechnung noch konkreter: So wandern jeden Monat 15 Cent der 17,98 Euro Rundfunkbeitrags in die Produktion des Tatorts bzw. des Polizeirufs. 50% des Gesamtbudgets für den Tatort wird dabei für Gagen für Stab und Darsteller ausgegeben.

72 Cent für Sportrechte

Für den Bereich Sport greift die ARD etwas tiefer in die Tasche: Umgerechnet zahlt jeder Zuschauer für die gesamte Sportberichterstattung im Ersten 72 Cent von 17,98 Euro im Monat.

16 Cent für Auslandskorrespondenten

Ebenfalls zum Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender gehört die Auslandkorrespondenz. Insgesamt 45 Korrespondenten berichten für das Fernsehen aus dem Ausland, für das Radio sind es sogar rund 60 Korrespondenten.

Die Kosten für die Auslandsberichterstattung der ARD lagen im Jahr 2012 bei 67 Millionen Euro, davon entfielen knapp 48 Millionen auf das Fernsehen und 19 Millionen Euro auf das Radio. Das entspricht einem Anteil von etwa 16 Cent am monatlichen Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro, so die Meldung der ARD weiter.

Mitarbeiter und Nachwuchs

Aber auch bei internen Strukturen gewährt die ARD Einblicke: So gab es 2012 in den neun Landesrundfunkanstalten zusammen rund 19.800 Planstellen, mit Teilzeitbeschäftigten knapp 22.200 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im Bereich Ausbildung/Nachwuchsförderung konnte die ARD 2012 über 4.000 junge Menschen als Auszubildende, Volontäre, Trainees und Praktikanten verzeichnen. Die Kosten dafür lagen für die Landesrundfunkanstalten bei rund 14 Millionen Euro, so die Angaben der ARD weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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