Medienrecht

Ritter Sport erwirkt EV gegen Stiftung Warentest

Das Landgericht München hat auf Antrag von Ritter Sport eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest erlassen.  Damit ist der Stiftung Warentest die Behauptung verboten, der Schokoladenhersteller würde chemische Aromen verwenden.

 

Die Stiftung Warentest hatte behauptet, dass die Sorte Voll-Nuss das chemisch hergestellte Piperonal enthalten würde und die Deklaration auf der Verpackung „Natürliches Aroma“ somit als irreführend beanstandet, so die Meldung von Ritter Sport.

Streit um Aroma Piperonal

Stiftung Warentest hatte beim Test verschiedener Schokoladen in der Nuss-Schokolade von Ritter Sport den Aromastoff Piperonal gefunden und behauptet, dass dieser chemisch hergestellt worden sei. Nach Angaben des Unternehmens kommt Piperonal jedoch unter anderem in Blütenölen oder Gewürzen wie Pfeffer oder Dill vor. Ein führender Aromahersteller habe die Tatsache, dass es sich bei Piperonal um einen natürlichen Aromastoff handele, mit einer Garantieerklärung bestätigt, so die Meldung des Schokoladenherstellers weiter.

Fehlerhaftes Testurteil

Stiftung Warentest habe aufgrund der gewählten Analysemethode die Herkunft des Piperonal nicht feststellen können und somit geschlussfolgert, dass das Aroma einen chemischen Ursprungs haben müsse. Daraus habe sich das Testurteil „mangelhaft“ für die Schokoladen-Sorte ergeben, da nach Ansicht der Warentester das Zutatenverzeichnis irreführend und die Schokolade deshalb nicht verkehrsfähig sei, so die Meldung weiter.

Ritter Sport beanstandete das falsch publizierte Testresultat und stellte einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Landgericht München I. Das Gericht gab diesem Antrag statt. Ritter Sport hat nach eigenen Angaben bereits 2008 die komplette Produktion auf ausschließlich „natürliche Aromen“ umgestellt

Stiftung Warentest will Widerspruch einlegen

Nach Angaben der Stiftung Warentest habe man alle betroffenen Passagen des jüngsten Schokoladen-Tests auf test.de entfernt, allerdings sei der Streit um das Aroma Piperonal nicht beendet. Man wolle gegen die einstweilige Verfügung vorgehen und Widerspruch einlegen, so die Angaben auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (2)

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  1. Flu sagt:

    Egal, der ganze Müll hat trotzdem auf der Verpackung zu stehen der da drin ist. Um so besser, wenn das Stiftung Warentest mal öffentlich macht. Auch, wenn es angeblich ein ganz natürlicher Aromastoff ist.

  2. Starwolf sagt:

    Wenn man den „ganzen Müll“ auf der Verpackung aufführt, gibt es nur noch 5kg Tafeln oder der nächste regt sich über „zu kleine Schrift“ auf.

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