Medienrecht

Regisseure fordern Tarifstandards bei Auftragsproduktionen

Der Bundesverband Regie (BVR) streitet mit den Fernsehsendern bereits seit Jahren ergebnislos über Tarifstandards und insbesondere um angemessene Vergütungsregelungen bei sog. Auftragsproduktionen. Nun soll das OLG München schlichten. Ein entsprechender Antrag des BVR zur Einrichtung einer Schiedsstelle mit dem ZDF ging bei Gericht ein. Dabei soll das ZDF, als größter Auftragsproduzent in Deutschland, exemplarisch auf Abschluss gemeinsamer Vergütungsregelungen und die Festlegung eines verbindlichen Mindestlohns für Regisseure in Anspruch genommen werden. Geklärt werden soll insbesondere auch, wer Verhandlungspartner des BVR in dieser Frage sein soll. Eine Entscheidung des Gerichts wird noch in der ersten Jahreshälfte erwartet.

Hintergrund: Tarifvertrag für Auftragsproduktionen

In Deutschland werden viele Fernsehfilme als sogenannte Auftragsproduktionen hergestellt. In diesen Fällen beauftragt der Sender eine externe Produktionsfirma mit der Herstellung eines Spielfilms. Folge hieraus ist, dass die meisten Filmschaffenden ihre Honorare frei mit eben dieser Produktionsfirma aushandeln müssen und die Sender nicht mehr an Haustarifverträge gebunden sind. Zuletzt scheiterten jahrelange Verhandlungen des BVR mit den Produzentenverbänden, da sich diese für nicht zuständig erklärten. Durch sog. Total-buy-out-Vereinbarungen der Fernsehsender bei Auftragsproduktionen, würden ohnehin alle Produzentenrechte auf den jeweiligen Sender übergehen. Die Sender wiederum verwiesen auf die jeweiligen Produzenten.

Quelle: Blickpunkt: Film, Ausgabe 9/10

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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