Medienrecht

Produzentenallianz: 7-Tage-Regelung Grundvoraussetzung für VoD-Markt

Die Diskussion um die Depublikationspflicht bei den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ist neu entfacht. Nun hat auch die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen zu diesem Thema Stellung bezogen.

Seit die Ministerpräsidenten der Länder bekannt gegeben haben, die 7-Tage-Regelung überdenken zu wollen, melden sich verschiedene Parteien zu Wort.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Begrenzte Verweildauer Grundvoraussetzung für VoD

So betonte Alexander Thies, der Vorsitzende des Gesamtvorstands der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen, dass die begrenzte Verweildauer eine Grundvoraussetzung für eine spätere wirtschaftliche Verwertung von Sendungen im Internet sei.

Vermehrt teilfinanzierte Modelle

Weiter sagte er: „Angesichts stagnierender Haushaltsmittel der öffentlich-rechtlichen Sender werden neue Finanzierungsstandards für Auftragsproduktionen notwendig werden. Die sogenannte „vollfinanzierte“ Auftragsproduktion, die schon heute faktisch längst nicht mehr vollfinanziert ist, wird durch teilfinanzierte Modelle und durch ein Lizenzsystem ersetzt werden müssen, bei dem Produzenten bestimmte Verwertungsrechte behalten und daraus eine Refinanzierung und eine Wertschöpfung auf den Zweitverwertungsmärkten realisieren müssen.“

Abschaffung der 7-Tage-Regel verhindert Refinanzierung

Eine erfolgreiche Auswertung auf dem Video-on-Demand-Markt sei daher künftig unerlässlich für eine konstante, hochwertige und bedeutende Filmproduktion in Deutschland. Sollte die Depublikationspflicht abgeschafft werden, könnten Auftragsproduktionen unbegrenzt und kostenlos in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken abrufbar sein. „In der Konsequenz würde dadurch die Entstehung eines VoD-Marktes für deutsche Produktionen und deren Refinanzierung verhindert. Damit würde Vielfalt, Kreativität und Relevanz deutscher Produktionen reduziert“, so Alexander Thies.

Auch die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) hatte sich just gegen die Aufhebung der 7-Tage-Regelung ausgesprochen. Kürzlich hatten die Bundesländer angekündigt, über eine Aufhebung der 7-Tage-Regelung nachdenken zu wollen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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